This website requires cookies to provide all of its features. By using our website, you agree to our use of cookies - Learn more - Hide this message
  1. See Detail

Wolfgang Lesser - Karl-Heinz Pick

SKU
Wolfgang Lesser - Karl-Heinz Pick
Auf Lager
Nur 1 übrig
Quick Overview

Wolfgang Lesser - Karl-Heinz Pick

14,95 €
Wolfgang Lesser - Karl-Heinz Pick ist verfügbar zum Kauf in Stufen von 1

Seite 1
Wolfgang Lesser (geb. 1923)
Ein Tag in unserer Stadt
Liederzyklus für eine Singstimme und Klavier nach Gedichten von Manfred Streubel

Großstadtmorgen (Adam: Ich der Ahnungslose)
Leuchtende Landschaft (Stadt - der ich bin verfallen) Mein Tagwerk (Ich bin: der seine Arbeit tut)
Demonstration (Hier meine Weltenwaage)
Stilles Gedenken (An dieser Hauswand wurden sie erschossen)
Stadtbummel (Sonne, Kinder und Katzen)
Großstadtminnelied (Wenn die Sonne geschlossen hat)
Feierabend (Nach diesem Tag: verweilen)
Nocturno (Nachts: der Donner der Stille)

Günther Leib, Bariton
Gertraud Geißler, Klavier
VEB Deutscher Verlag für Musik, Leipzig

Fünf Lieder aus dem Dreistrophenkalender von Georg Maurer
Warnsignale  (Vor dem roten Warnsignale)
Konzert (Die Vögel haben nachts gelauscht)
Knospen (Wir sind die Heerscharen des Frühlings)
Alles für die Liebste (Arbeit bringt uns vorwärts, Leute)
Der Friede trägt (Der Friede trägt den Fuchs, das Reh)

Günther Leib, Bariton
Gertraud Geißler, Klavier


Karl-Heinz Pick (geb. 1929)
Du schwarze Erde
Ein Liederzyklus nach Partisanenlyrik für eine Singstimme und Klavier
Sämtliche deutschen Nachdichtungen aus dem Jugoslawischen von Ina Jun-Broda

Kennst du, Poet, das Gebot?
Text: Oton Zupancic

Verbranntes Dorf   (Müde der Schritt widerhallt)
Text: Peter Levec

Seite 2
Reitersmann auf der Lichtung (Hatte eine greise Mutter)
Text: Jure FraniCevió PloCar

O Livno - Feld, du weite Heide!
Text: Verfasser unbekannt

Flammende Furchen  (Schwarze Sterne, rußzerfetzte)
Text: Jure Franicevic Plocar

Die Schwester  (Nacht ist in meinem Leib)
Text: Vesna Parun

Die schöne Mara (Quelle quillt -hat vielerlei heraufgespült)
Text: Verfasser unbekannt

Falke, du (Oj du Falke, Falke, mein) Text: Branko Copic

Karl-Heinz Stryczek, Bariton
Irene Werner, Klavier

Musik- und Tonregie: Horst Kunze
Aufgenommen im September 1969 im Studio Lukaskirche, Dresden
Gestaltung: Monika Prust
Titelseite: Fredo Bley, Dorfstraße

Wolfgang Lesser (geb. 1923), seit 19681. Sekretär des Verbandes der Komponisten und Musikwissenschaftler der DDR gehört zu den Komponisten, die mit ihren Liedern, - Kunstliedern, Songs, zündenden Massenliedern -, sehr bewußt danach streben, Gedanken und Gefühlen unserer Tage Ausdruck zu geben. Der Komponist hat in Berlin bei Günter Kochan, Rudolf Wagner- Regeny und Hanns Eisler studiert. Besonders die sozialistische Haltung, die dialektische Knappheit und melodische Prägnanz der Eislerschen Tonkunst haben für die schöpferische Entwicklung Lessers große Bedeutung, - ablesbar nicht nur an seinem umfangreichen Liedwerk, sondern auch an seinen Musiken für Schauspiel, Hörspiel, Film und Fernsehen, an seinem Violinkonzert.
Für die „Fünf Lieder", deren Verse Lesser aus dem „ Dreistrophenkalender" des Lyrikers Georg Maurer auswählte, gilt in besonderem Maße, was einst Georg Friedrich Hegel in seinen Vorlesungen zur Ästhetik über das Verhältnis von Musik und Poesie sagte: „Wenn sich daher die Musik auch als begleitende Kunst mit der Poesie oder umgekehrt, die Poesie sich als verdeutlichende Dolmetscherin mit der Musik verbindet, so kann doch die Musik nicht äußerlich veranschaulichen oder Vorstellungen und Gedanken, wie sie als Vorstellungen und Gedanken vom Selbstbewußtsein gefaßt werden, wiedergeben wollen, sondern sie muß, wie gesagt, entweder die einfache Natur eines Inhalts in solchen Tonverhältnissen an die Empfindung bringen, wie sie dem inneren Verhältnis dieses Inhalts verwandt sind, oder näher diejenige Empfindung selber, welche der Inhalt von Anschauungen und Vorstellungen in dem ebenso mitempfindenden als vorstellenden Geiste erregen kann, durch ihre die Poesie begleitenden und verinnigenden Töne auszudrücken suchen." „Die einfache Natur eines Inhalts" - in diesen Liedern ist es Lesser meisterlich gelungen, sie auf schlichteste melodische, dem Wortduktus abgewonnene Formen zu bringen, im begleitenden Klavierpart anmutig zu stützen. Die Grundhaltung der vom Komponisten ausgewählten Maurer-Verse ist freundlich, heiter, besinnlich, auch schalkhaft übermütig. Es ist Lyrik, in der etwas widerklingt von der „Freundlichkeit" unserer Welt im Sinne Eislers. Lessers Musik entspricht dem in ihrer kunstvollen Einfachheit.
Deutlich erkennbar wird das Streben, den Klavierpart jedes Liedes aus einer knappen, plastischen „Grundgebärde" zu entwickeln. Sie resultiert aus vornehmlich rhythmischen und klanglichen Impulsen, die den Gestus der einzelnen Lieder festlegen, auch wenn sie in deren Verlaufe variiert, gelockert oder konzentriert werden. Im Klanglichen spielen dabei Quart- und Quintklänge eine wichtige Rolle, im Rhythmischen beschwingte Synkopierung, die auch für das Profil der Gesangsmelodik wichtig wird und deutlich auf das Vorbild Hanns Eislers weist. Andere Saiten neuen sozialistischen Lebensgefühls klingen in dem neunteiligen Zyklus „Ein Tag in unserer Stadt" an, den Lesser nach Texten Manfred Streubels für Singstimme und Klavier schrieb. Dieser 1967 uraufgeführte Zyklus ist erfüllt von der Unrast, dem Drängen unserer Zeit, läßt aber zugleich auch ihre Schönheit spüren und gewinnt die Kraft für das schöpferische Wirken heute auch aus dem Erinnern an Kämpfe und Leid der Vergangenheit. Die plastische, emotionsstarke Sprache der Verse, denen auch ein guter Schuß Humor eigen ist, kam den Intentionen des Komponisten entgegen. Sie bedingte aber auch größere Freizügigkeit und Differenziertheit der musikalischen Gestaltung. „Ein Tag in unserer Stadt" ist weniger Schilderung eines Tagesablaufs vom Morgen bis zum Abend; er bildet lediglich das „äußere" Gerüst der Verse vom „Großstadtmorgen" bis zum „Nocturno". In die gewählte Zeitspanne werden schlaglichtartig bestimmte Gedankengänge, Emotionen eingeblendet, die dem Komponisten darum gestaltenswert erschienen, weil sie wichtig sind für jene neuen Haltungen, in denen sich das Neue des Lebens in einer sozialistischen Stadt mit ihren Menschen widerspiegelt. Das zyklische Prinzip wird in diesen Liedern dramaturgisch stärker genutzt, als in den Maurer-Liedern. Die Abfolge der Lieder verdeutlicht das dialektische Mit-einander von „äußerem" Decrescendo (vom kräftig auftrumpfenden „Großstadtmorgen" zu den lyrisch verhaltenen letzten drei Liedern: „Großstadtminnelied", „Feierabend" und „Nocturno") und emotionalem Crescendo. Alle Lieder des Zyklus sind sehr knapp gefaßt, Impressionen
gleich. Die musikalische Sprache bedient sich freitonaler Wirkungen, ist herber, härter kon-turiert in der Grundhaltung. Sie wird sehr bewußt in den Dienst der erstrebten Aussage gestellt, wandelt sich mit ihr. Wiederum dominiert die Gesangsstimme, der Klavierpart gibt vor allem rhythmische und klangliche Impulse. Die Gesangsmelodik selbst wird sehr differenziert behandelt. Sie schließt sich oft eng dem Wortduktus an, um an wichtigen Stellen dann aber um so eindringlicher auszuschwingen. Tonmalereien sind nicht naturalistische Einbrüche, sondern fügen sich dem Wortsinn und vor allem seiner tieferen Bedeutung.
Karl-Heinz Pick (geboren 1929) ist Pianist und Komponist. Er wirkt als Dozent für Klavierspiel an der Musikhochschule in Leipzig, an der er zuvor seine Ausbildung erwarb und eine Aspirantur innehatte. Pick schrieb Konzerte für „sein" Instrument, das Klavier, und trat kompositorisch vor allem mit Liederzyklen für Singstimme und Klavier hervor („Der rote Liederkreis", „Unser Frühling", „Du schwarze Erde"). In Picks kompositorischem Schaffen, zumal den Liedzyklen „Du schwarze Erde" und „Unser Frühling", nimmt die Auseinandersetzung mit dem Faschismus eine zentrale Position ein. „Unser Frühling" ist nach jiddischer Lyrik komponiert und singt vom Leid jüdischer Menschen in der Zeit der faschistischen Barbarei. Im Zyklus „Du schwarze Erde" (einer Gruppe von insgesamt acht Liedern), werden Partisanengedichte vertont.
Die vom Komponisten getroffene Text-Auswahl gibt dem Ganzen von den Versen her vorwiegend ernstes, tragisches Gepräge. Sie macht aber doch auch deutlich, daß Pick mehr wollte, als Not und Schmerz heldenhaften Partisanenkampfes gegen die faschistischen Okkupanten im 2. Weltkriege künstlerisch zu gestalten. Der Volkston der Verse, aber auch ihr Inhalt zeigen nicht minder Kraft und unbeugsamen Lebens- wie Siegeswillen derer, die diese Dichtungen schufen.
In seiner Vertonung der acht Gedichte hat Karl-Heinz Pick diese Seite seiner Textvorlage nicht aus dem Auge gelassen. Die Wahl der Texte zum ersten und letzten Lied („Kennst du, Poet, das
Gebot" von Oton Zupancic und „Falke, du..." von Branko Ópic) gibt der Liedsammlung fast programmatisch in diesem Sinne inhaltlichen Zusammenhalt, zeigt eine Tendenz: „Wirf in die Welt ein Lied, ein Lied für die heutige Not! Wir alle singen es mit!" heißt es im ersten Gesang. Und: „Alle Straßen werden hallen, wenn die Scharen der Genossen drei Tage lang vorüberwallen" — mit solchen Worten heller Zuversicht klingt im Schlußlied etwas von der in die Zukunft wirkenden Kraft des Partisanenkampfes. Deutlich wird: Es geht nicht nur ums Erinnern an Tage schweren Kampfes. Es geht darum, die Brücke zu schlagen vom Damals in unsere Gegenwart, in der das Vermächtnis der Kämpfer gegen Faschismus und Krieg unverlierbar aufgehoben ist. Picks Musik verrät im zum Teil reich ausgestatteten Klavierpart die Hand des erfahrenen Pianisten. Im Rahmen sparsam erweiterter, harmonisch geschärfter Funktionalität geht der Komponist den Texten in variabler formaler Anlage nach, unterstreichend, Kontraste schaffend. Die Gesangsstimme wird melodisch einprägsam geführt. Sie trifft auf diese Weise den Volkston der Verse, bringt dem Hörer ihren Gehalt unmittelbar nahe.

Hansjürgen Schaefer (1970)

Mehr Informationen
ArtikelnummerNova 8 85 099
Preis14,95 €
InterpretVarious Artists
PlattennameWolfgang Lesser - Karl-Heinz Pick
EAN NummerNicht verfügbar
PlattenlabelAndere
PlattentypLP / Vinyl 12"
Vinylgewicht pro Schallplatte180 gramm
Anzahl der Platten1
BeilagenNicht verfügbar
Release Jahr1976
Allgemeiner PlattenzustandGebraucht
Zustand TonträgerNicht verfügbar
Zustand CoverNicht verfügbar
PlattenreinigungNicht verfügbar
Eigene Bewertung schreiben
Sie bewerten:Wolfgang Lesser - Karl-Heinz Pick
Ihre Bewertung

Keine verwandten Beiträge