This website requires cookies to provide all of its features. By using our website, you agree to our use of cookies - Learn more - Hide this message

Schallplattenhefte von Cityvox

Ansicht als Raster Liste

1 Artikel

pro Seite
In absteigender Reihenfolge
  1. Fritz Reuter
    7,95 €

    Herausgeber: Sozialistischer Großhandelsbetrieb Möbel, Kulturwaren, Sportartikel, Rostock
    Graphische Gestaltung: Rolf Möller
    Manuskript: Dr. Kurt Batt
    Künstlerische Beratung: Dr. Hans Joachim Theil
    Fotos: Volster, Nitsche
    Reuterbilder aus dem Fritz-Reuter-Literaturmuseum Stavenhagen

    Gestaltung der Schallplatten:
    Radio DDR Ferienwelle
    Hanjo Hensel
    Sprecher:
    Rita Barg
    Gerd Micheel, Kunstpreisträger der DDR
    Karl Netzel
    Ulrich Voss


    1. PLATTE, SEITE 1
    Die „Läuschen un Rimels", Reuters erstes plattdeutsches Werk, aus dem hier drei Texte gesprochen werden, ist — wenn auch gewiß nicht sein bestes — so doch wohl sein bekanntestes und beliebtestes geblieben: eine Sammlung geschickt gereimter Anekdoten, die alle in eine deutliche, zuweilen auch grobe Pointe munden. Die Stoffe entnahm der Autor zumeist Zeitungen, Unterhaltungsjournalen, Volkskalendern und nicht zuletzt dem Volksmund, denn zu jener Zeit wurden dergleichen Schwanke erzählt wie heutzutage Witze. — Obgleich, aufs Ganze gesehen, der anspruchslose Ulk vorherrscht, gibt es verschiedene Stücke, in denen der Verfasser, auf die Tradition der heiteren Volkserzählung aufbauend, auf verschmitzte Weise Sozialkritik übt, wie z. B. in dem Läuschen „De blinne Schausterjung", wo der pfiffige Lehrling den Geiz der Meisterfamilie ab absurdum führt, oder in „Tru un Glowen", wo der Bauer Möller in aller Unschuld dem vorgesetzten Amtmann die wirkliche Meinung der Dorfbewohner über ihn mitteilt.

    1. PLATTE, SEITE 2
    über die „Urgeschicht von Meckelnborg", sein wohl turbulentestes Werk, schrieb der Dichter 1860: „Alles, was mir halbverrückte Laune und zur Hand liegende Satire auf unsere sozialen, politischen, kirchlichen Zustande eingibt, kleide ich in historische facta". Indem er die biblischen Patriarchen nach Mecklenburg versetzt, gelingt ihm eine überaus witzige Darstellung der ständischen Gesellschaft seines Landes und zugleich eine Parodie der heimattumelnden Geschichtsschreibung. Der hier erzählte Auszug ist ein ironisch unterspielter, rhetorisch wirksamer Disput zwischen einem in alttestamentiiche Gewandung gekleideten mecklenburgischen Duodezherrscher und seinen Untertanen, deren Forderungen im Grunde auf die Errichtung einer Demokratie hinauslaufen: „Fri Bahn mot wi hewwen! Un Brot mot wi hewwen! Un Hüisung mot wi hewwen! Un lihren möt uns Goren wat!"

    2. PLATTE, SEiTE 1
    Aus Reuters großem humoristischen Werk „Ut mine Stromtid" (was übersetzt soviel hei0ßt wie „Aus meinen Lehrjahren" und auf die landwirtschaftliche Elevenzeit des Autors hinweist), einem breit angelegten Dorf- und Kleinstadtroman, wird hier eine Textstelle gelesen, in welcher der Inspektor a. D. Bräsig, die zentrale Figur des Romans, seinem Freund Hawermann die Erlebnisse in der „Waterkunst", d. h. während einer Kneippkur, schildert. Die Komik der Passage wird dadurch verstärkt, daß Bräsig das durch ihn berühmt gewordene „Missingsch", eine Mischung aus Platt- und Hochdeutsch, spricht. Die Stelle, eh schon eine Glanznummer aller Reuter-Vorleser, gibt zwar keinen Einblick in die vielschichtige Problematik des Werkes, aber sie läßt deutlich werden, mit wieviel humorvoller Beredsamkeit dessen Hauptfigur seiner Umwelt begegnet.
    I
    2. PLATTE, SEITE 2
    Das hier — leicht gekürzt — vorgestellte Kapitel „De Brand“ bildet den ersten Höhepunkt der Versdichtung „Kein Hüsung". Der Konflikt zwischen dem „Herrn“ und dem Knecht Johann entzündet sich hier an der Rettung eines vom Feuertod bedrohten Kindes durch den Knecht. Damit hat er sich für die Menschlichkeit und gegen den Junker entschieden, der ihm diese Tat nicht verzeihen wird. Die Gewitterstimmung gibt den grellen Hintergrund für die Auseinandersetzung ab, die später dazu fuhrt, daß Johann im Affekt seinen sadistischen Herrn ersticht und nach Amerika flieht, während seine Braut mit ihrem Kind von der bigotten Frau des Gutsbesitzers ausgetrieben wird und im Wahnsinn endet. „Kein Hüsung“ heißt wörtlich übersetzt , „Keine Behausung“, aber es bedeutet hier, im übertragenen Sinne, auch „Keine Heimat“.
    Verantwortlicher Verleger:
    Direktor des Verlags des Kunstfonds
    Verlag des Kunstfonds, Budapest 1974
    Recorded and Manufactured, by MHV Budapest
    Gedruckt: Offset Druckereien, Budapest

    Erfahren Sie mehr
Ansicht als Raster Liste

1 Artikel

pro Seite
In absteigender Reihenfolge