This website requires cookies to provide all of its features. By using our website, you agree to our use of cookies - Learn more - Hide this message
  1. See Detail

Fritz Reuter - Violinsonate

SKU
Fritz Reuter - Violinsonate
Auf Lager
Nur 1 übrig
Quick Overview

Fritz Reuter - Violinsonate

18,95 €
Fritz Reuter - Violinsonate ist verfügbar zum Kauf in Stufen von 1

Fritz REUTER  -  1896-1963
Seite 1
Sonate e-moll für Violine und Klavier („Lausitzer Sonate")
1.AIIegro
2.  Largo - Allegro - Largo
3.  Allegro brillante - Andante - Allegro molto

Barbara Reuter-Rau, Violine
Rolf Reuter, Klavier
Aufgenommen 1963
Musikregie: Heinz Wegner
Tonregie: Bernd Runge

Seite 2
Phantastische Suite op. 6 für Flöte und Klavier  
1.  Allegro
2.  Langsames Gavottentempo
3.  Lento
4.  Langsam, quasi recitativo - Allegro molto -Molto meno mosso quasi Andante - Presto

Heinz Fügner, Flöte
Rolf Reuter, Klavier
Aufgenommen 1964
Musikregie: Heinz Wegner
Tonregie: Claus Strüben

Der Hase und der Igel
Ein Märchen nach den Gebrüdern Grimm
für eine Sprechstimme und Orchester  
Gewandhausorchester Leipzig
Dirigent: Rolf Reuter
Ursula Wendler-Reuter, Sprecherin
Aufgenommen 1963
Musikregie: Heinz Wegner
Tonregie: Eberhard Richter

Gestaltung: Manfred Kempfer

Diese Langspielplatte ist dem Gedenken Fritz Reuters (9. 9.1896 - 4. 7.1963) gewidmet, eines Musikers, dessen Lebenswerk durch die seltene Einheit von schöpferischem Künstler und umfassend gebildetem Wissenschaftler und Pädagogen gekennzeichnet ist und der diese Einheit als tatkräftiger Förderer der Musikerziehung in unserem jungen sozialistischen Staat wirksam werden ließ. Die Grundgedanken seines Werkes, alle Menschen „durch und zur Musik" zu erziehen, ein Publikum heranzubilden, „das ein Leben ohne Musik nicht für lebenswert hält", seine Forderung „Ars und scientia müssen gerade in der sozialistischen Gesellschaft als Formen des gesellschaftlichen Bewußtseins gleichberechtigte Partner werden" oder seine aus langjähriger schulpädagogischer Praxis hervorgehende lapidare Feststellung, „daß eine Musikstunde nicht geringere Bildungsarbeit leistet als die anderen Fächer", kennzeichnen sein Wissen um die bewußtseinsbildende Kraft der Musik, das sich in seinen zahlreichen Publikationen auf dem Gebiet der Musiktheorie, Gehörbildung und Methodik des Musikunterrichts niederschlug.
Fritz Reuter erhielt seine erste musikalische Ausbildung in seiner Vaterstadt Dresden, studierte später am Konservatorium in Leipzig bei Robert Teichmüller Klavierspiel, bei Stephan Krehl Musiktheorie und bildete sich zum Kapellmeister aus. Gleichzeitig widmete er sich an der Universität dem Studium der Musikwissenschaft, das er 1922 bei Hermann Abert mit der Promotion abschloß. Es folgte eine wechselvolle berufliche Tätigkeit als Lehrer für Komposition, Musiktheorie und Musikpädagogik, Dramaturg und Studienrat, Konzert-Dirigent, Leiter von Arbeiterchören und Theaterkapellmeister. Die Berufung nach Halle als Professor und Direktor des Instituts für Musikerziehung der Martin-Luther-Universität (1949) und an die Humboldt-Universität Berlin (1955) ermöglichte es ihm, sein vielseitiges Können bei der Ausbildung von Schulmusikerziehern einzusetzen. Hier wurde er auch zum Initiator einer stattlichen Reihe von Forschungsarbeiten, Dissertationen und Habilitationsschriften eines weiten Schülerkreises, durch die die wissenschaftliche Grundlegung der Musikerziehung gefördert wurde.
Reuters kompositorisches Schaffen umfaßt alle Gattungen vom schlichten Lied bis zur Oper, vom kleinen Klavierstück bis zu den Großformen der Sinfonie und des Instrumentalkonzertes. Als ein wesentliches Hemmnis bei der Entwicklung des Musikverständnisses erkannte er die noch nicht überwundene Kluft zwischen „leichter" und „schwerer Musik und war deshalb bemüht, sie als Komponist schließen zu helfen.
In der Lausitzer Sonate in e-moll für Violine und Klavier von 1953 gelang ihm ein Werk, das durch seinen Reichtum an volkstümlichen und ausdrucksstarken Melodien und Tanzrhythmen jeden Hörer unmittelbar anspricht, zugleich aber auch noch nach häufigem Hören die Unverbrauchtheit seiner musikalischen Mittel beweist. Die rhythmisch-metrische und tonale Struktur der verwendeten Melodien lehnt sich an die sorbische Volksmusik an, mit der sich der Komponist, selbst großmütterlicherseits wendischer Abstammung, intensiv beschäftigte. Beispiele hierfür sind die Fünftaktigkeit des mehrmals wiederholten Hauptthemas des 1. Satzes, der einem sorbischen Tanz ähnliche stampfende Allegro-Teil des 2. Satzes und der hier und im besonders musizierfreudigem Schlußrondo auftretende jähe Wechsel von Dur und Moll. Bei allem Übergewicht des Gesanglich-Volkstümlichen offenbart dieses Werk vielfältige Künste der motivischen Arbeit und der Kontrapunktik, z. B. in der Umkehrung des Hauptthemas innerhalb der Exposition und in seiner hymnischen Vergrößerung in der Reprise des 1. Satzes oder am Schluß des 2. Satzes im gleichzeitigen Erklingen des Largo- und des Tanzthemas.
Diese Einheit von Volkstümlichkeit und Kunstfertigkeit konnte Reuter in der bereits 1926 entstandenen Phantastischen Suite für Flöte und Klavier, op. 6, noch nicht erreichen. Bereits in ihr zeigt sich jedoch seine Kenntnis aller Nuancen einer bis an die Grenzen der Tonalität geführten Harmonik, die er in seinem Lehrbuch „Praktische Harmonik des 20. Jahrhunderts" (1951) systematisierte, und seine Freude am Auskosten ihrer schillernden Farbpalette. Wird durch das Experimentieren mit harmonischen Mitteln auch die Kurzatmigkeit der Flötenmelodie (vor allem im 1. Satz) gefördert und die gesamte Darstellung des „Phantastischen" mehr zu einem kapriziösen Experiment, so bricht sich doch an einigen Stellen, so vor allem im Lento des 3. Satzes, das Melodische mit expressiver Kraft Bahn. In glücklicher Weise vereinen sich der Pädagoge und der Komponist Fritz Reuter in der melodramatischen Gestaltung des Grimmschen Märchens „Der Hase und der Igel" von 1962. Dem Pädagogen Reuter ging es darum, beim Hörer das Verständnis des Wortes und damit der Lehre, die das Märchen erteilt, zu garantieren. Er wählte daher anstatt einer Singstimme die Sprechstimme, ferner eine instrumentale Begleitung, die weniger darauf angelegt ist, den Text in seinen Einzelheiten zu illustrieren, obwohl auch dies bisweilen mit Erfolg geschieht. Vielmehr war es ihm - und darin treffen sich Komponist und Pädagoge - darum zu tun, den Gesamtcharakter des Stückes musikalisch auszudrücken und entscheidende Stellen des Textes emotional zu vertiefen. Zum dramaturgischen Angelpunkt des Ganzen wird jene Orchesterstelle, die auf die spöttische Bemerkung des Hasen folgt, der Igel könne seine schiefen Beine zu besseren Dingen als zum Spazierengehen gebrauchen. An dieser Stelle bricht der heitere Scherzoton ab, und die harten dissonanten Schläge des Orchesters und das verlangsamte Tempo lassen die grobe, beleidigende Wirkung der Hasenworte fühlbar werden, noch ehe der Sprecher in der Erzählung fortfährt. Erst nach und nach wird der Lustspielton wieder aufgenommen, der den Gesamtcharakter des Werkes kennzeichnet. Er wird im wesentlichen von zwei Themen bestimmt, der schlicht-fröhlichen Melodie des Igels und dem durch komplizierte rhythmisch-metrische (Punktierungen, Taktwechsel) und melodische Gestaltung (Chromatik, dissonante Zusammenklänge) etwas gespreizt wirkenden Thema des Hasen, die beide kurz nacheinander bereits als Anfangstakte der kleinen Ouvertüre auftreten und, z. T. in leichten Abwandlungen, das gesamte Stück durchziehen und seine vom Komponisten angestrebte Substanzgemeinschaft bewirken. Die Wiedergabe dieser Werke durch drei Kinder Fritz Reuters gibt der Interpretation authentisches Gepräge und würdigt in besonders eindrucksvoller Weise den bedeutenden Musikerzieher.
Hella Brock (1965)

Mehr Informationen
ArtikelnummerNova 8 85 144
Preis18,95 €
InterpretFritz Reuter
PlattennameFritz Reuter - Violinsonate
EAN NummerNicht verfügbar
PlattenlabelAndere
PlattentypLP / Vinyl 12"
Vinylgewicht pro Schallplatte180 gramm
Anzahl der Platten1
BeilagenNicht verfügbar
Release Jahr1978
Allgemeiner PlattenzustandGebraucht
Zustand TonträgerNicht verfügbar
Zustand CoverNicht verfügbar
PlattenreinigungNicht verfügbar
Eigene Bewertung schreiben
Sie bewerten:Fritz Reuter - Violinsonate
Ihre Bewertung

Keine verwandten Beiträge