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Gisela May Singt Brecht-Dessau

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Gisela May Singt Brecht-Dessau
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Gisela May Singt Brecht-Dessau

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Gisela May singt Brecht/Dessau
Seite 1
Aus „Mutter Courage und ihre Kinder"
1.   Lied der Mutter Courage
2.  Das Lied vom Fraternisieren
3.  Salomon-Song  
4.  Das Lied von der großen Kapitulation

Studioorchester
Leitung: Henry Krtschil
Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin

Liebeslieder
5.  Als ich nachher von dir ging
6.  Sieben Rosen hat der Strauch
Werner Pauli, Gitarre

Tierverse
7.  Das Pferd
Wolfram Krauß, Klavier

8.  Der Rabe
Wolfram Krauß, Klavier
9.  Der Igel
Wolfram Krauß, Klavier
Gundula Sonsalla, Gitarre
Joachim Günther, Violoncello

10.  Die Kellerassel
Wolfram Krauß, Klavier
Gundula Sonsalla, Gitarre

Seite 2

Aus „Der gute Mensch von Sezuan"
11.  Lied vom achten Elefanten  Studioorchester
Leitung: Henry Krtschil
Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin

Aus „Herr Puntila und sein Knecht Matti"
12.  Ballade vom Förster und der Gräfin
Studioorchester
Leitung: Henry Krtschil
Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin

13.  Das Pflaumenlied
Gisela May (vierstimmig)
Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin

Aus „Die Rundköpfe und die Spitzköpfe"
14.   Kuppellied
Studioorchester
Leitung: Henry Krtschil

15.  Kleines Lied
Studioorchester
Leitung: Henry Krtschil

Aus „Der Kaukasische Kreidekreis"
16.  Grusches Lied „Vier Generäle"
Studioorchester
Leitung: Henry Krtschil
Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin

17.  Moderne Legende
Walter Olbertz, Klavier

18. Lied einer deutschen Mutter
Studioorchester
Leitung: Henry Krtschil

19.  An meine Landsleute
Studioorchester
Leitung: Henry Krtschil

Diese Schallplatte ist das Ergebnis einer guten, schon langjährigen Bekanntschaft zwischen der Schauspielerin und Chan -sonette Gisela May und dem Komponisten Paul Dessau. Die ersten Begegnungen verliefen allerdings ganz en passant. Die May war seinerzeit am Deutschen Theater engagiert, und das Berliner Ensemble, das damals in diesem Hause noch Gastrecht genoß, studierte gerade Brechts „Mutter Courage" ein. Gisela May hörte von einem „verrückten Kerl", der die Bühnenmusik zur „Courage" geschrieben hatte und zu den Proben tagelang auf dem Klavier herumhämmerte - Paul Dessau. Sie konnte damals nicht ahnen, daß sie einmal mit den Liedern und Songs aus der „Courage" in Moskau und Paris, in New York und Rom auf der Bühne stehen würde.
Das „Lied der Mutter Courage" und weitere Gesänge aus diesem Stück Brechts gegen den Krieg stehen am Anfang dieser Schallplatte. Deutlich akzentuiert, grimmig und hart in der ganzen Diktion, singt die May dieses Lied, und sie ist dabei die Schauspielerin, die das, was sie auf der Bühne mit Mimik und Gestik unterstreicht, mit den sprachlichgesanglichen Mitteln einer literarischen Chansonette ebenso überzeugend zu sagen weiß. Und man spürt, wie vertraut die Künstlerin mit dieser Musik ist; aber sie bekennt heute, daß es lange Zeit brauchte, bis sie Zugang fand zu Paul Dessaus Kompositionen, bis sie ihre Schönheit entdeckte und sie zu begreifen begann. Es vergingen Jahre von der ersten Begegnung bis zur ersten Zusammenarbeit. Anlaß war eine Schallplattenproduktion mit einigen Brecht/Dessau-Songs. Die Reminiszenzen der May daran beinhalten Überlegungen, die auch für die vorliegende Schallplattenaufnahme aufschlußgebend sind: „Im Schwierigkeitsgrad mancher Kompositionen fand ich einen zusätzlichen Reiz bei der Beschäftigung mit Dessauschen Liedern. Das habe ich erst später erkannt. Es ist schwer, die komplizierten Intervalle und Unregelmäßigkeiten zu lernen. Die Melodien sind nicht so schnell im Kopf wie bei anderen Kompositionen. Solche ungewohnten Tonsprünge muß ich mitunter zehn- bis zwölfmal hintereinander wiederholen, bis ich sie im Ohr habe. Doch wenn nach einigen mühevollen Anfangsproben der Moment gekommen ist, da die ungewohnten Intervalle vertraut, ja.
.normal' klingen und sinnvoll werden, beginnt das Lied, das beim erstenmal Anhören ein kaum durchschaubares, kompliziertes Kunstgebilde zu sein scheint, sich zu gliedern. Es wird einfach, die musikalischen Bezüge zum Text stellen sich her, das Schwere wird leicht und, was das Hören von Musik anbetrifft, es tun sich neue Dimensionen auf. Der Kopf wird frei für die Gestaltung: ideale Voraussetzung, die erforderliche Naivität dem Werk gegenüber zurückzugewinnen." Gisela May hat die Zusammenstellung der vorliegenden Titel selbst konzipiert und mit Paul Dessau beraten. Bei fast allen Aufnahmen war der Komponist selbst anwesend, so daß die authentische Auffassung und Umsetzung seiner Intentionen von vornherein gewährleistet waren.
Die Folge von Liedern und Songs informiert durch ihr breites Spektrum sehr anschaulich darüber, wie kunstvoll und differenziert Paul Dessau in dieser Gattung komponierte. Da sind die Gesänge aus verschiedenen Stücken von Brecht, die bei aller dramaturgisch funkionellen Gebundenheit allgemeinen Charakter tragen und in nachdenklicher, berichtender, kommentierender, oft in satirischer und parabelhafter Weise gegen Krieg und gegen Ausbeutung angehen. Da sind die Liebeslieder und Tierfabeln, deren große Kunst durch Konzentration und Schlichtheit der Ausdrucksmittel erreicht wird. Und da sind Lieder wie die „Moderne Legende" und „An meine Landsleute", die trotz ihrer nachdenklichen Diktion nichts von der schon im Text vorgegebenen agitatorischen Schärfe verlieren. Der Reiz dieser Zusammenstellung besteht also schon im Nebeneinander und in der Gegenüberstellung von Songs und Liedern ganz unterschiedlicher Stimmungen und Charaktere und - damit verbunden - der verschiedensten musikalischen Gestaltungsmittel. Von der May verlangt diese Vielseitigkeit den ganzen Einsatz ihrer Interpretationskunst. Aus der „Courage" bringt sie die tiefen Töne der Titelgestalt ebenso überzeugend wie den satirisch-frivolen Gesang der Yvette beim „Lied vom Fraternisieren". Und ihre sensible, behutsame musikalische Rezitation der Liebeslieder „Als ich nachher von dir ging" und „Sieben Rosen hat der Strauch" berührt den Hörer ebenso unmittelbar wie die Freude am Spaß, etwa bei dem heiteren Trinkerlied. Besucher von Chansonabenden Gisela Mays in aller Welt haben erlebt und enthusiastisch
gewürdigt, mit welch feinem Gefühl die Künstlerin nicht nur den Inhalt, sondern auch den Charakter und die ganze Stimmung der Lieder erfaßt und wiedergibt. Solchen charakteristischen Stücken wie dem Salomon-Song, diesem „Bettellied großer Geister", dem „Lied vom achten Elefanten", einem Glanzstück ihres Repertoires, oder dem erschütternden und aufrüttelnden „Lied einer deutschen Mutter" (dessen musikalisches Grundmotiv übrigens von Brecht selbst stammt), gibt sie auf unnachahmliche Weise Profil.
Mit Dessaus Liedern wird auch das rein musikalische Empfinden und stimmliche Ausdrucksvermögen der Schauspielerin und Chansonette enorm gefordert. Die Skala reicht von der volksliedhaft schlichten Diktion der „Ballade vom Förster und der Gräfin" aus „Puntila" bis zu den kunstliedhaften Tierfabeln, die bei scheinbarer Einfachheit mit komplizierten Intervallen und rhythmischen Gefügen einen hohen Schwierigkeitsgrad in sich bergen. Eine ungewöhnliche Aufgabe und zugleich einen musikalischen Spaß stellt die Aufnahme des „Pflaumenliedes" (ebenfalls aus „Puntila") dar - hier singt die May a cappella mit sich selbst vierstimmig, wobei ihre Stimmlage vom Sopran bis zum 2. Alt reicht.
Bei der musikalischen Begleitung zu den anderen Titeln bewährte sich die jahrelange Zusammenarbeit von Gisela May mit hervorragenden Musikern, namentlich mit Henry Krtschil, der die musikalische Leitung der Schallplattenaufnahme übernommen hatte.
Was das Erlebnis eines Chansonabends der May und auch dieser Schallplatte so nachhaltig bestimmt, sind nur die gestalterischen Raffinessen der weltbekannten Chansonette, ist nicht nur die Vertrautheit mit dem Metier und den dargebotenen Liedern, sondern es ist vor allem der geistige Anspruch - die Lust daran, in diesen Liedern und Songs nachzudenken und mit ihnen zum Nachdenken anzuregen.
Hans-Joachim Kynaß (1975)
Gestaltung: Monika Prust
Fotos: Waltraut Denger (1), Tassilo Leher (7)

Mehr Informationen
Artikelnummer Nova 8 85 101
Preis 10,95 €
Interpret Gisela May
Plattenname Gisela May Singt Brecht-Dessau
EAN Nummer Nicht verfügbar
Plattenlabel Andere
Plattentyp LP / Vinyl 12"
Vinylgewicht pro Schallplatte 180 gramm
Anzahl der Platten 1
Beilagen Nicht verfügbar
Release Jahr 1975
Allgemeiner Plattenzustand Gebraucht
Zustand Tonträger Nicht verfügbar
Zustand Cover Nicht verfügbar
Plattenreinigung Nicht verfügbar
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