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Andre Asriel Fabeln Nach Äsop

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Andre Asriel Fabeln Nach Äsop
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Andre Asriel Fabeln Nach Äsop, Jürgen Wilbrandt Die Nase Wär & Golch Und Flubis

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Seite 1
Andre Asriel (geb. 1922)
Sechs Fabeln nach Äsop
für gemischten Chor a cappella
a)  Der Fuchs und der Storch
b)  Der Frosch und der Ochse
c)  Der Mond und die Sonne
d)  Der Fuchs und die Trauben
e)  Die Schlange und der Krebs
f)   Das Affenballett

Aufnahme des Rundfunks der DDR


Seite 2
Jürgen Wilbrandt (geb. 1922)
Die Nase war' soweit noch gut
Zyklus für gemischten Chor a cappella Text: Wilhelm Busch
a)  Förster Püsterich
b)  Der Fuchs
c)  Der Narr
d)  Berta
e)  Unentbehrlich
f)   Drei alte Tanten
g)  Eitel


Golch und Flubis
Zyklus für gemischten Chor a cappella Text: Christian Morgenstern aus „Alle Galgenlieder"
a)  Das Nasobem
b)  Das Gebet
c)  Palmström
d)  Bim, bam, bum
e)  Golch und Flubis
f)   Die Kugeln
g)  Galgenkindes Wiegenlied


Hallenser Madrigalisten (Kammerchor der Universität Halle)
Dirigent: Siegfried Bimberg
Musikregie: Dagmar Vorwerk
Tonregie: Horst Kunze

Aufgenommen Oktober 1973 in der Gerhart-Hauptmann-Oberschule Wernigerode

Musikalischer Spaß - eigentlich bedeutet ja jede Form künstlerischer Äußerung Spaß machen, Spaß in des Wortes allgemeiner Bedeutung, will als humane Äußerung Freude, Vergnügen bereiten: „Res severa verum gaudium" sagten die Alten nach einem dem römischen Philosophen Seneca zugeschriebenen Ausspruch. „Wirklicher Spaß ist eine ernste Angelegenheit", heißt dies zu deutsch, und auf die Kehrseite der Medaille sozusagen, die zu tun hat - wie die Umgangssprache sagt - mit tierischem Ernst, verweist die legendäre Lebensgeschichte des Dichters, dessen Fabeln Textgrundlage für die hier vorliegenden Chöre von Andre Asriel wurden. Der antiken Überlieferung zufolge war Äsop, griechisch Aisopos, im 6. Jahrhundert v. d. Z. ein aus Phrygien gebürtiger Sklave, den nach wechselvollen Lebensschicksalen Bewohner von Delphi, wohl durch die Ironie seiner Spaße verstimmt, ermordeten: man stürzte ihn von einem Felsen. Lebensklugheit und Weisheit des einfachen Volkes sind Grundlage der unter seinem Namen kontinuierlich durch die Jahrhunderte überlieferten Fabeln und Anekdoten. Asriel hat einige der bekanntesten dieser Fabeln herausgegriffen. Da ist die Geschichte vom Fuchs mit den sauren Trauben (Nr. 4), zum Sprichwort geworden, in hunderten Varianten immer wieder erzählt, dramatisiert, in dutzenden von Sprachen, bildnerisch dargestellt auf antiken Vasen wie mittelalterlichen Holzschnitten bis zu künstlerischen Gestaltungen der Neuzeit. Da ist das Bild vom aufgeblasenen Frosch, der platzt, „denn groß als wie ein Ochsenvieh wird so ein kleiner Frosch doch nie" (Nr. 2). Daneben stehen die galligen Spaße von den Affen, die sich „in alten Zeiten. . . ein König" drillte (Nr. 6) - noch in Hauffs Engländer in Grünwiesel bzw. Hans Werner Henzes Oper „Der junge Lord" als Vorbild erkennbar -, und deren Unverwechselbarkeit mit kultivierten Tänzern „ein Weiser" durch eine einzige souveräne Handbewegung zu demonstrieren vermochte, sowie vom stur geradeaus, zwar rückwärts, aber „keinen Fingerbreit vom Wege" marschierenden Krebs (Nr. 5), der die sich schlängelnde Schlange in der Art des Prokrustes überzeugt: „am Ende. . . lag sie gerade - und war tot. - Nicht links heraus, nicht rechts vorbei, und gehst du auch kaputt dabei - Immer geradeaus, Kollege. . ." Zu den allgemein bekannten Geschichten gehört auch die von Fuchs und Storch, die sich gegenseitig überlisten (Nr. l): Der Fuchs bietet dem Storch „Mäusesupp" im flachen Teller an, der Storch revanchiert sich mit „Fliegenfrikassee" in einer Ianghalsigen Flasche. Weniger geläufig ist der hübsche Dialog zwischen Mond und Sonne, die sich über die Wechselhaftigkeit des Erdtrabanten lustig machten (Nr. 3). Der Spaß auch im engeren Sinne hat vielerlei Schattierungen. Christian Morgensterns Verse, Grundlage des einen der vorliegenden Chorzyklen von Jürgen Wilbrandt, sind im Zusammenhang mit dem Kabarett, dem Überbrettl des Jahrhundertbeginns und der 20er Jahre zu verstehen. Es sind Verrücktheiten, Spaße, die vom Phantastischen leben, immer am Rande, oder auch sogar inmitten des Unsinns, des Sinnlosen, das doch gerade als Sinnlosigkeit Sinn erhält. Die Grundhaltung ist skurril, teilweise grotesk. Hinter ihr steht ernsthaft: die Frage nach der Fragwürdigkeit der imperialistischen Gesellschaft und der Möglichkeit von Kunst in solcher Zeit (die Sammlung Galgenlieder erschien 1905, Palmström 1910, Palma Kunkel posthum 1916). Clownerie auf höchstem Niveau, Blödeln in geistreicher Form - ein Spaß, bei dem Hörer oder Leser unheimlich zumute wird. Harmlos und etwas philiströs nehmen sich daneben Spaße in Versen von Wilhelm Busch aus. Die Bilder von den giftig zänkischen Tanten (Nr. 6), der Eitelkeit eines Bonvivant (Nr. 7), der Wehmut des zahnlosen alten
Försters (Nr. l) oder des an das Alter denkenden Berta-Liebhabers (Nr. 4) sind ohne Distanz einer Kritik dem Kleinbürgertum des 19-Jahrhunderts verbunden, leider auch ohne den lebensvoll warmen und eben auch hintergründig verschmitzten Humor in Ähnlichem bei Johann Peter Hebel beispielsweise oder Matthias Claudius.
Mit Prägnanz unterstützt die Musik in den Äsop-Vertonungen die Bildkraft der Texte. Mit Ausnahme des Sonne-Mond-Dialogs (Nr. 3) sind alle durch einen brillant präzisierten und stilisierten tänzerischen Gestus gekennzeichnet. Auch musikalisch darf die Geschichte vom Fuchs und den sauren Trauben hervorgehoben werden, ein Kabinettstück spaßhaft gesetzter Noten (Nr. 4). Grundlage ist das Modell des Tangos, die Zwischenrufe „aber ja, aber ja", „aber nein, aber nein" und die penetrant betonte Schlußkadenz mit dem Akzent auf der Dominante („ah ja" oder „na ja", jeweils Dominante Tonika) markieren sozusagen die „Rhythmusgruppe", als Mittelpunkt erscheint das Bild der Sprünge, mit denen der Fuchs die Trauben zu erreichen sucht. Ähnliche Plastizität, an Eisler (dessen Schüler Asriel war) und auch Kurt Weill geschult, zeigt die Parodie des „Landser"-Tones (Nr. 5), die Demonstration der gespreizten Hoftanzschritte der Affen und die flotte Boogie-Woogie-Hopserei (mixo-lydisch, d. h. in auf- und absteigender, kreisender Vierklangbewegung, z. B. c-e-g-a-b-a-g-e), wenn diese entlarvt turnen „durch die schön geschmückten Räume ... in den Wald und auf die Bäume . . . Nüsse knacken, Nüsse fressen" (Nr. 6). Auch m der Geschichte vom Frosch und vom Ochsen (Nr. 2) steckt ein tänzerischer Gestus, ob man ihn nun als tapsigen Schuhplattler, oder, moderner, als irgendeinen Rumbaoder Carioca-Abkömmling hören will. Die Bildkraft: der Palm ström-Vertonungen basiert in
stärkerem Maße auf Details, dabei stärker auch klangliche Elemente herausstellend als rhythmisch betonte, tänzerische Gestalten. In großen Intervallen (Septime, Dezime) „beten die Rehlein zur Nacht" (Nr. 2), in zart angedeuteter Aleatorik pendeln die Glockentöne Bim, Bam, Bum in stehendem Klang umeinander (Nr. 4). Die gespenstische Geschichte von den Papierkugeln, m denen Palmström hantiert, „das Gruseln zu lernen" (Nr. 6), hat man als eine Art Sprechchor, wenn auch in Noten fixiert, aufzufassen, bei dem die Irregularität der Ein- und Zuwürfe in den einzelnen Stimmen das Unhe heimliche jeder Art Irregularität zum Ausdruck bringt. In gleichmäßigen Achteln trottet das Nasobem (Nr. l). Die Faktur der Busch-Vertonungen wirkt madrigalesk. Man ist geneigt, zumindest bei Teilen, an Gesualdo-oder Monteverdi-Parodien zu denken, und die so resultierende etwas gespreizte musikalische Ernsthaftigkeit kontrastiert zum dürren Witz der Texte: In strahlenden H-dur geht der Geck zur Promenade (Nr. 7); in gleichmäßigen Achteln, alla ballata, hüpft der Betriebsame (Nr. 5); der Narr am Hofseiner Herzenskönigin überreicht sozusagen dieses Herz mit gefühlvollem, abschließendem Querstand in der Art des klassischen amoroso (Nr. 3).
Jürgen Mainka (1974)
Gestaltung: Christoph Ehbets

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ArtikelnummerNova 8 85 077
Preis16,95 €
InterpretHallenser Madrigalisten Leitung Siegfried Bimberg
PlattennameAndre Asriel Fabeln Nach Äsop, Jürgen Wilbrandt Die Nase Wär & Golch Und Flubis
EAN NummerNicht verfügbar
PlattenlabelAndere
PlattentypLP / Vinyl 12"
Vinylgewicht pro Schallplatte180 gramm
Anzahl der Platten1
BeilagenNicht verfügbar
Release Jahr1974
Allgemeiner PlattenzustandGebraucht
Zustand TonträgerNicht verfügbar
Zustand CoverNicht verfügbar
PlattenreinigungNicht verfügbar
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