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Siegfried Köhler - Dritte Sinfonie Konzert Für Klavier Und Orchester

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Siegfried Köhler - Dritte Sinfonie
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Siegfried Köhler - Dritte Sinfonie Konzert Für Klavier Und Orchester

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SIEGFRIED KÖHLER (geb. 1927)
SEITE 1
Dritte Sinfonie op. 57 (1974/75) für Orchester, zwei Kammermusikgruppen und elektronische Klänge
1.These
2.  Reflexion I
3.  Antithese
4.  Reflexion II
5.  Aktion. Agitato

Ulbrich-Quartett:
Rudolf Ulbrich, Violine I
Wolfgang Bütow, Violine II
Joachim Zindler, Viola
Clemens Dillner, Violoncello

Bläserquartett der Staatskapelle Dresden:
Johannes Walter, Flöte
Wolfgang Holzhäuser, Oboe
Manfred Weise, Klarinette
Wolfgang Liebscher, Fagott

Norbert Jäger, Synthesizer

SEITE 2
Konzert für Klavier und Orchester op. 46 (1971/72)
1.  Praeludium. Allegro
2.  Improvisation. Wuchtig und bedeutungsvoll, wie ein Rezitativ
3.  Marsch. Allegro
4.  Intermezzo. Allegro moderato
5.  Finale. Allegro

Amadeus Webersinke, Klavier
Staatskapelle Dresden Dirigent: Siegfried Kurz
zu 1:
Musikregie: Eberhard Geiger
Tonregie: Eberhard Richter
Aufgenommen im August/September 1976 im Studio Lukaskirche, Dresden
zu 2:
Musikregie: Bernd Runge
Tonregie: Claus Strüben
Aufgenommen im Januar 1977 im Studio Lukaskirche, Dresden

Verlag VEB Edition Peters, Leipzig

Meine Dritte Sinfonie schrieb ich im Auftrage der Staatskapelle Dresden, angeregt und inspiriert durch dieses hervorragende Orchester. Es ging mir - im Rückblick auf fast drei Jahrzehnte - um die Gestaltung menschlicher Reifeprozesse in einer sich progressiv verändernden Welt, um die Darstellung und Konfrontation unterschiedlicher Gedanken und Empfindungen, eingebettet in die Unaufhaltsamkeit der gesellschaftlichen Entwicklung unserer Gegenwart.
Der Sinfonie liegt eine poetische Idee zugrunde, die Pablo Neruda ähnlich bereits in seiner „Ode an die Vergangenheit" zum Ausdruck gebracht hat. Er schrieb:
Es teilt
in zwei Ströme sich
die Zeit:
Einer
fließt rückwärts, verschlingt,
was du gelebt,
der andre
eilt mit dir voran,
dein Leben aufdeckend.
Nur in einer Minute
flössen sie zusammen.
Das ist's.
Das ist die Stunde,
der Tropfen eines Augenblicks,
der die Vergangenheit fortreißen wird.
Die Gegenwart ist es.
Sie liegt in deinen Händen.
Reißend, entgleitend,
stürzt sie kaskadenhaft dahin.
Du aber bist ihr Gebieter.
Bau sie dir auf
mit Liebe, Entschiedenheit,
mit Stein und Schwinge,
mit klingender Geradheit,
Getreiden reinsten Korns,
mit dem hellsten Metall
deiner Brust
wandelnd
im Mittag,
ohne die Wahrheit
zu fürchten, das Gute, die Gerechtigkeit,
Gefährten deines Gesangs,
die Zeit, die dahinströmt,
wir haben
einer Gitarre
Gestalt und Klang,
und so du dich neigst
über die Vergangenheit,
künden wird der Quell der transparenten Zeit
deine Redlichkeit im Lied.
Die Zeit ist Freude.
Dialektische Gestaltungsprinzipien sind für die Komposition charakteristisch. These und Antithese, dichtes Melos und zugespitzte Geräuschballungen, stellvertretend für humanitäres Ringen und barbarischen Zerstörungsdrang, stehen sich unmittelbar gegenüber, sind aber auch in sich selbst differenziert. Hinzu kommt die Einbeziehung des Konzertraums in die klang liehe Realisierung, die Aufstellung des Orchesters in drei Gruppen, die - historischen Beispielen der Mehrchörigkeit folgend - stereophone und (unter Einbeziehung elektronischer Klangfelder) auch quadrophone Wirkungen anstrebt. Diese technischen und aufführungspraktischen Ausweitungen dienen allein der inhaltlichen Vertiefung der Aussage, sind nicht Selbstzweck.
Die Erkenntnis ,Die Zeit ist Freude', eine Freude vor schwerer und bitterer Vergangenheit, ausgesprochen ohne Veräußerlichung und Vordergründigkeit, gleichsam mit ernster Stimme, breitet sich zunächst in den Reflexionen I und II der Sinfonie aus und bricht sich schließlich im abschließenden Satz .Aktion' endgültig Bahn.
Die Erinnerung an Beethovens Freuden-Hymnus, gegen Ende des Satzes in den Bässen angedeutet, bestimmt den Ausgang der Sinfonie allerdings nicht. Sie endet unpathetisch, nachdenklich, die Gegenwart als Aufgabe und Forderung begreifend. Die Musik will nicht überreden und nicht festlegen; sie versteht sich - Impulse vermittelnd - als Anregung zum Durchdenken eigenen Erlebens in unserer Zeit. Der Hörer ist aufgefordert, seine Erkenntnisse, Empfindungen und Erfahrungen zur Musik in Beziehung zu setzen, somit Entdeckungen zu machen, neue Einsichten zu gewinnen, gedanklich das Gebotene schöpferisch weiterzuführen und subjektiv zu vollenden.
Auch das Klavierkonzert ist ein Auftragswerk der Staatskapelle Dresden. Ich begann mit den Vorarbeiten im Spätsommer 1971 und schrieb die letzte Partiturseite im April 1972 nieder.
Mir ging es darum, das Ursprüngliche, das Eigentümliche eines Klavierkonzerts wieder deutlicher herauszuarbeiten. Dabei bemühte ich mich, zu einem gelösten, von sinfonischer Übergewichtigkeit freien Wechselspiel zwischen Klavier und Orchester zu gelangen, zur Entfaltung von Virtuosität, die niemals zum Selbstzweck wird, zur Gestaltung eines orchestralen Gegenparts, der nie nur Klangkulisse bleibt. Diese angestrebte Leichtigkeit, die ohnehin im Klanggewand zeitgenössischer Musik genug Schärfen aufweist, findet ihren formalen Ausdruck in der Knappheit und Genrebezogenheit der fünf Sätze, die klare musikalische Haltungen und Aussagen darbieten wollen. Bei aller Gegensätzlichkeit dieser Sätze gibt es jedoch zahlreiche musikalische Elemente, die einheitlich angewandt die gesamte Komposition eng zusammenschließen.
So kann - zugespitzt formuliert - das Konzert auch als eine fünfsätzige Variation über einen einzigen Akkord verstanden werden.
Improvisationen, die in älteren Musikepochen selbstverständlich waren, wurden wieder stärker in den Aufbau der Komposition einbezogen. So ist es z. B. in das Ermessen des Solisten gestellt, in welcher Reihenfolge die fünf Solokadenzen des vierten Satzes in den Orchesterpart eingefügt werden. Damit erhält jede Interpretation des Konzerts zugleich einen schöpferischen Eigenwert, der weit über die notengetreue Darbietung der Komposition hinausweist.
Im Gegensatz zu jeglichem Stilpurismus wurde der Versuch unternommen, durch die Konfrontation unterschiedlicher stilistischer „Bedeutungsfelder" neue Gestaltungsmöglichkeiten zu schaffen, wie sie in der Vergangenheit allein durch die Gegenüberstellung unterschiedlicher Themen erzielt worden sind.
Diese stilistischen Differenzierungen, die allerdings von einer einheitlichen künstlerischen -   Zielvorstellung getragen sein müssen, also im Vorfeld reiner Collage-Technik verbleiben, treten u. a. im dritten Satz hervor, im Spannungsverhältnis zwischen einem burlesk-geschärften Marschteil und einem gefühlsbetont-elegischen Mittelabschnitt, der allmählich in einer anschwellenden Dissonanz des Streichorchesters erstarrt und verweht.
Die Musik kann natürlich nur einen Bruchteil der gesellschaftlichen Prozesse widerspiegeln, die sich vor unseren Augen vollziehen, und auch nur mit den Mitteln, die dem Genre eines Klavierkonzerts eigen sind. Mein Bemühen ging trotzdem dahin, auch in dieser Musik Wesenszüge zu verdeutlichen, die vielen Menschen unserer Tage eigen sind, - Bestimmtheit und Zuversicht, Nachdenklichkeit und Kraft, Zartheit und Entschlossenheit.

SIEGFRIED KÖHLER, Komponist und Musikwissenschaftler, geb. 1927 in Meißen. Kompositorische Ausbildung nach 1945 bei Fidelio F. Finke und H. Viecenz in Dresden. Musikwissenschaftliche und kunstgeschichtliche Studien bei W. Serauky und J.Jahn in Leipzig. 1955 Promotion. 1957 Direktor der Internationalen Musikbibliothek Berlin und Leiter des neugegründeten Verlages Neue Musik. Sekretär des Verbandes der Komponisten und Musikwissenschaftler der DDR und Präsident der Ländergruppe DDR in der Internationalen Vereinigung der Musikbibliotheken (UNESCO). 1963 Künstlerischer Direktor des VEB Deutsche Schallplatten. Seit 1968 Rektor der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber" Dresden. 1969 Professor für Komposition. Ober fünfzig Kompositionen, u. a. zwei Oratorien „Reich des Menschen" und „Wir - Unsere Zeit" (J. R. Becher), drei Sinfonien, Kammermusik, Chorwerke, Jugend- und Schulmusik, zahlreiche Lieder, Filmmusiken. Wissenschaftliche Arbeiten, u. a. eine Heinrich-Schütz-Biographie, Aufsätze, Kritiken und Analysen, Herausgebertätigkeit.
Die Vorderseite der Schallplattentasche zeigt eine der grafischen Strukturskizzen, die vom Komponisten vor Beginn der musikalischen Detail-Ausarbeitung (Partiturl der Dritten Sinfonie angefertigt worden sind. Die vorliegende Skizze stellt den Gesamtablauf des 1. Satzes („ These") in Umrissen dar. Durch unterschiedliche Farbgebung sind einzelne Instrumente und Instrumentengruppen (z. B. Blechbläser, Streicher, Flöten, Kontrabässe usw.) besonders hervorgehoben und in ihrer musikalischen Abfolge angedeutet. Der Satz entwickelt sich von links nach rechts und entspricht in seiner grafisch-räumlichen Gliederung ungefähr dem zeitlichen Ablauf.
Gestaltung: Bernd Meier

Mehr Informationen
ArtikelnummerNova 8 85 126
Preis16,95 €
InterpretVarious Artists
PlattennameSiegfried Köhler - Dritte Sinfonie Konzert Für Klavier Und Orchester
EAN NummerNicht verfügbar
PlattenlabelAndere
PlattentypLP / Vinyl 12"
Vinylgewicht pro Schallplatte180 gramm
Anzahl der Platten1
BeilagenNicht verfügbar
Release Jahr1977
Allgemeiner PlattenzustandGebraucht
Zustand TonträgerNicht verfügbar
Zustand CoverNicht verfügbar
PlattenreinigungNicht verfügbar
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