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Ottmar Gerster - Enoch Arden (Der Möwenschrei)

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Ottmar Gerster - Enoch Arden
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Ottmar Gerster - Enoch Arden (Der Möwenschrei)

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Ottmar Gerster (1897-1969)
Enoch Arden
(Der Möwenschrei)
Oper in vier Bildern nach Tennyson von Karl Michael von Levetzow
Ausschnitte
Gestaltung: Christoph Ehbets

Seite 1
1.
Der Kap'ten Enoch Arden fährt heute in See
So, Vater, noch einen Abschiedskuß
Lange Stunden oft als kleines Mädchen
Und wie ich dich sah
Mein Weib und mein Boot
Hei! Lustiger Abschied
Fliegt er weit von Meer zu Meere
(1. Bild, Szenen Annemarie, Enoch Arden,
Klas, Chor)

2.
Bist ja im schönsten Sonntagsstaat
Ruhe, hier ist Ruhe
(2. Bild, Szene Annemarie, Klas)    

Seite 2
3.
Schon viertausendunddreihundertsechsundsechzig Tage
(3. Bild, Szene des Enoch Arden)    
4.
Klas! Klas! Windmüller Klas
Seit zwölf Jahren
Was soll nun geschehn
Vater Klas
Frau Annemarie
Sie hat mich nicht erkannt
Der junge Enoch Arden
(4. Bild, Szenen Enoch Arden, Klas, der junge
Enoch Arden, Annemarie, Chor)


Enoch Arden - Hajo Müller, Bariton
Annemarie, seine Frau - Ingeborg Zobel, Sopran
Windmüller Klas -  Günter Benndorf, Tenor
Der junge Enoch Arden  - Heinz Prescher, Tenor

Rundfunkchor Leipzig
Einstudierung: Armin Oeser
Rundfunk-Sinfonie-Orchester Leipzig
Dirigent: Kurt Masur
Aufnahme des Rundfunks der DDR Stereo-Transkription Aufgenommen 1965
Verlag: Schott's Söhne, Mainz

Mit „Enoch Arden" schuf Ottmar Gerster nicht allein sein erfolgreichstes Werk, sondern eine der meistgespielten neueren Opern überhaupt. Der Weg bis zu dieser Erfolgsoper war nicht leicht. Bis ins Jahr 1920 reicht der erste Opernplan des 1897 geborenen Komponisten zurück.
Seit der 1932/33 geschaffenen „Madame Liselotte", seinem ersten Theatererfolg, stehen Gestalten aus dem Volke mit ihren Sorgen, Nöten, Leiden, mit ihren Kämpfen. Freuden und Triumphen im Mittelpunkt seiner Bühnenwerke. In diesem Streben ließ sich Gerster auch in der schweren Zeit des Faschismus nicht beirren, so daß seine 1940/41 entstandene Oper „Die Hexe von Passau" bald nach ihrer Uraufführung durch die braunen Machthaber für unerwünscht erklärt wurde und damit faktisch verboten war. Ottmar Gerster strebte weder nach einer Modernität noch nach einem Publikumserfolg um jeden Preis, sondern bediente sich der musikalischen Mittel, die seiner Aufgabenstellung und seinem künstlerischen Empfinden entsprechen. In Gersters Musik spielt die Melodik eine wesentliche Rolle. Vor allem in liedhaften Formen ist die Verwandtschaft mit dem deutschen Volkslied unverkennbar. Es sind klare melodische und harmonische Konturen bevorzugt, deren herber Grundcharakter durch entsprechende Orchesterfarben im Nebeneinander von Streich-, Holz- und Blechblasinstrumenten unterstrichen wird. Die Rhythmik erhält durch bedacht eingesetzte Elemente des Motorischen neue Impulse. Zur Kennzeichnung der Gestalten und Geschehnisse bedient sich Ottmar Gerster aber ebenso überlegen und selbständig der von Wagner ausgeprägten Methode wiederkehrender Grunatrremen, durch deren Entwicklung und Verwandlung die mannigfachen dramatischen Ver knüpfungen musikalisch verdeutlicht werden. Schon in früheren Jahren hatte ihn das Epos „Enoch Arden" gefesselt. Auf der Suche nach einem geeigneten Opernstoff erhielt er 1935 zwei Textbücher Karl Michael von Levetzows, eines erfolgreichen Librettisten Eugen d'Alberts.
Das Heimkehrerproblem, vor allem von seefahrenden Völkern immer wieder künstlerisch geformt, erhielt in diesem Werk eine neue, ergreifende Version. Die Vorlage dazu bildete das 1864 entstandene Versepos „Enoch Arden" des englischen Dichters Alfred Tennyson.
In erregender Weise wird das Schicksal dreier Menschen.dargestellt, des Käptns Enoch Arden, des Müllers Klas und der Frau Annemarie. Die drei kennen sich seit ihrer Kindheit. Schon bei kindlichen Spielen zeigte sich Enoch energischer, kräftiger als sein duldsamer Freund Klas. Wenn sich beide um Annemarie zankten, siegte meist Enoch als der Stärkere. Annemarie imponierte wohl die Kraft Enochs, nicht aber sein Drang nach der Ferne, den er als Seemann wie sein Vater besaß. Sie sehnte sich nach Ruhe und Geborgenheit, nach einem stillen Heim, an das die Stürme des Lebens und des Meeres nicht rühren. Das konnte ihr der gütige, fleißige und häusliche Müller bieten. So versprach sie ihm den Bund fürs Leben. Doch Enoch trat dazwischen wie der „Bruder Wirbelwind" und gewann Annemarie mit einem kräftigen Schiffertanz, mit einem Lied. Nun war sie sein, wie die andere Annemarie, seine vom Vater ererbte Brigg. Doch wirklich verstanden hat er die gefühlstief veranlagte Frau niemals. Wenn Annemarie seit jenem Tanz den Freund Klas nicht mehr sehen wollte, war es, weil sie sich als treue Frau an Enoch gebunden fühlte, Klas aber dennoch liebte. Diese Vorgeschichte wird in der Oper nur teilweise erzählt. Die Handlung beginnt mit der letzten Ausfahrt Enochs. Nach seiner Hochzeit ist er ein Jahr nicht zur See gefahren. Annemarie hat ihm in dieser Zeit einen Sohn geschenkt. Jetzt soll eine letzte Fahrt reichen Gewinn bringen, damit er fortan zu Hause an der Seite der Frau leben kann. Die Frau weiß um die damit verbundenen Gefahren, kann aber Enoch nicht zurückhalten. Er ruft ahnungslos Klas herbei und fordert von beiden Versöhnung. Der Freund soll für Annemarie sorgen, wenn es nötig würde. Das zweite Bild der Oper zeigt Annemarie zehn Jahre später im Hause des Müllers. Enoch ist seit seiner letzten Fahrt verschollen. Annemarie und Klas haben endgültig zueinander gefunden. Nur der fehlende Totenschein Enochs steht dem Bund entgegen. Da kommt der Dorfschulze mit einer aufgefundenen Flaschenpost, die den Tod des Vermißten als sicher annehmen läßt. Nun kann die Hochzeit schon für den kommenden Tag vorbereitet werden. Enoch aber lebt als Verschollener einsam auf einer Südseeinsel. 4366 Tage sind seit seinem Schiffbruch vergangen, also fast zwölf Jahre. Er ist fast zum Tier geworden und dem Wahnsinn nahe, des Lebens überdrüssig. Noch einmal entzündet er sein nächtliches Feuer. Wenn es nicht gesehen wird, will er seinem Leben ein Ende bereiten. Da steigt am nächtlichen Himmel eine Signalrakete empor und kündet seine Rettung.
Der Zurückkehrende wendet sich an Klas und erfährt das inzwischen Geschehene. Für einen kurzen Augenblick bedroht er, noch immer der körperlich Stärkere, den Freund. Dann geht er auf den Vorschlag ein, Annemarie entscheiden zu lassen, wem sie angehören will. Enoch glaubt, sie fliege ihm wieder in die Arme wie beim Tanz vor dreizehn Jahren. Für sie aber lebt Enoch nur noch in der Erinnerung, und zwar in der Gestalt, in der er sie vor zwölf Jahren verließ. Den alt und grau gewordenen Heimkehrer erkennt sie nicht, will sie nicht erkennen, obwohl sein blitzendes Auge an den Totgeglaubten gemahnt. Entschlossen, wie Enoch einst Annemarie gewann, nimmt er unerkannt von ihr Abschied und sucht den Tod in den Klippen, nachdem er noch dem erstmals in See fahrenden Sohn den väterlichen Segen erteilt hat. Durch seine eindringliche musikdramatische Gestaltung läßt Ottmar Gerster die Tragödie um Enoch Arden erschütternd erleben. Die auf der Schallplatte vereinigten Ausschnitte bringen die für das Geschehen entscheidenden Szenen aus den vier Bildern. Das erste Bild beginnt mit einem drängenden, kraftgeladenen Thema, das für Enochs Vitalität kennzeichnend ist. Es mündet in den schwungvollen Chor der Dorfbewohner. Der anschließende Dialog Enoch-Annemarie („So, Vater, noch einen Abschiedskuß") wird von Enochs energischem Thema beherrscht. Annemaries gleichnishafte Erzählung („Lange Stunden oft als kleines Mädchen") berichtet vom vergeblichen Versuch, eine Möwe zu halten und zu küssen. Für die empfindsame Frau liegt seitdem in jedem Möwenschrei „böse Vorbedeutung und Vorwurf". Enoch versteht die folgenden Worte Annemaries nicht, die sie mit einer innigen, sehnsuchtsvollen Melodik vorträgt:
Ich brauch' ein stilles festes Haus, wo man den Möwenschrei nicht hört. . .
Zunehmend wird das Duett von Motiven des Enoch-Themas beherrscht, wie Enochs Kraft Annemarie immer wieder fesselt. Sie erinnert beziehungsvoll an den Tanz, mit dem Enoch sie gewann („Und als ich dich sah"), gerät aber dennoch wieder auf wehmütige Gedanken. Mit der Erinnerung an die Liebesnacht nach dem Tanz versucht Enoch die Frau aufzumuntern. Dann singt er von der anderen Annemarie, die seit einem Jahr still im Hafen liegt und wartet. Traurig und verhalten erklingt dazu das verwandelte Thema Enochs. Mit einem Tanz wie damals („Mein Weib und mein Boot heißen Annemarie") versucht Enoch Annemaries Stimmung zu wandeln. Am Ende dieser Szene erscheint der von Enoch herbeigerufene Freund Klas („Hei! Lustiger Abschied"). Annemarie will ihn nicht sehen, weil sie Angst vor ihren Gefühlen ihm gegenüber hat und sich vor ihm schämt. Der ahnungslose Enoch hält das für eine kindische Laune und erzwingt beider Versöhnung. Mit dem Erscheinen des Müllers Klas taucht der punktierte Rhythmus auf, der das zweite, in der Mühle spielende Bild einleitet. Das anschließende Terzett („Fliegt er weit von Meer zu Meere") ist aus jenem Thema entwickelt, mit dem Annemarie in ihrer Erzählung von der Möwe ihre Sehnsucht nach Glück ausdrückte. Annemarie bittet um Schutz für Enoch, Klas gelobt Freundestreue und Enoch bekräftigt sein Vertrauen in beide und sein Boot. Die zum Aufbruch drängende folgende Szene wird wieder vom unbekümmert erklingenden Thema des Annemarie-Liedes beherrscht. Aus dem zweiten Bild erklingt der größte Teil der wichtigen Szene Annemarie-Klas. Auf die Frage „Bist ja im schönsten Sonntagsstaat" erwidert Annemarie, sie sei für Enoch in der Kirche gewesen. Plötzlich erzählt sie stark erregt, sie habe gebetet, damit seine Seele ruhig sei und nicht wiederkomme, wie es die Seeleute von den Geistern Ertrunkener glauben. Nach tröstlichen Worten des Müllers schafft das Duett „Ruhe, hier ist Ruhe" den entspannenden Gegensatz.
Der große Monolog Enochs im dritten Bild stellt eine der großartigsten Szenen der Opernliteratur dar. Er gliedert sich in vier Teile. Zu den Worten „Schon viertausend und dreihundertsechsundsechzig Tage" erklingt müde, gebrochen das Thema Enochs. Möwenschreie rufen Annemaries Erzählung von den Möwen in Enochs Erinnerung zurück. Mechanisch wiederholt Enoch zu Beginn des zweiten Abschnittes seine Meldung „Hier Käpten Enoch Arden von Brigg
Annemarie, verloren in See". In seiner wirren Phantasie glaubt er ein Signalfeuer und gar ein sicheres Haus mit kleinen Fenstern zu sehen. Zu den unausgesetzten Möwenschreien intonieren die Hörner Annemaries Liedmelodie. Dann stimmt er das Lied von den beiden Annemaries an. Plötzlich bricht er ab. Ein anderer soll die verlassene Annemarie ins Glück führen. Mit der Melodie des Duetts Annemarie-Klas bekräftigen Streicher und Oboe diesen Gedanken. Abermals wiederholt Enoch die Zahl der Tage, fast mechanisch läuft sein Thema weiter. Das Sammeln schwerer Steine, die ihn in die Wogen hinabziehen sollen, wird durch schwer-, fällige punktierte Rhythmen der tiefen Blechbläser symbolisiert.
Die nach dem Sichten einer Signalrakete entstehende Spannung beschwören im letzten Abschnitt erregte Instrumentalfiguren und -motive herauf, die bis zum Aktschluß atembeklemmende Steigerungen erfahren.
Die Ausschnitte aus dem vierten Bild bringen die Wiederbegegnungen des zurückgekehrten Enoch mit Klas und Annemarie. Nach den freudig bewegten Eingangsszenen mit dem erstmals in See fahrenden jungen Enoch erhält das Geschehene durch Enochs Auftritt sofort eine ernste, dramatische Wendung. Die Musik schafft ungeheure Spannung, wenn Klas sagt:
Du bist zwölf Jahre tot, und Annemarie ist mein Weib!
Enoch ist furchtbar getroffen, nicht von Annemarie erkannt, von ihr für tot gehalten zu werden. Besonders wichtig ist jene wiederkehrende Wendung aus dem Duett Annemarie-Klas im zweiten Bild, mit der Annemarie dem Zurückgekehrten sagt, daß sie jedes Jahr am Tag seiner letzten AugfJirt betet, seine Seele möge Ruhe finden und nicht wiederkehren. Entschlossen, aber voller Wehmut, nimmt er Abschied.
Annemaries Worte „Das Leben geht weiter!" bestimmen den Schluß. Der junge Enoch tritt an die Stelle des Vaters, der einst für den alten Käpten gesungene Abschiedschor gilt nun dem Sohn. Enochs Todesschrei klingt wie ein entsetzlicher Möwenschrei hinein. Erlösend spielt das Orchester das Abschiedschorthema in hellem Dur: Enoch ging nun wirklich zum letzten Mal in See und fand im Meer seine Ruhe.
Werner Wolf

Mehr Informationen
ArtikelnummerNova 8 85 132
Preis16,95 €
InterpretVarious Artists
PlattennameOttmar Gerster - Enoch Arden (Der Möwenschrei)
EAN NummerNicht verfügbar
PlattenlabelAndere
PlattentypLP / Vinyl 12"
Vinylgewicht pro Schallplatte180 gramm
Anzahl der Platten1
BeilagenNicht verfügbar
Release JahrNicht verfügbar
Allgemeiner PlattenzustandGebraucht
Zustand TonträgerNicht verfügbar
Zustand CoverNicht verfügbar
PlattenreinigungNicht verfügbar
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