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Joachim Werzlau - Meister Röckle. Gesamtaufnahme (2LP)

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Joachim Werzlau - Meister Röckle
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Joachim Werzlau - Meister Röckle. Gesamtaufnahme

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JOACHIM WERZLAU (geb. 1913)
Meister Röckle - GESAMTAUFNAHME
OPER FÜR GROSSE UNO KLEINE LEUTE IN 10 BILDERN
TEXT: GÜNTHER DEICKE
NACH MOTIVEN DES KINDERBUCHES „MEISTER RÖCKLE UND MISTER FLAMMFUSS“
VON ILSE UND VILMOS KORN

Meister Röckle - Rudolf Asmus, Bariton
Louisa - Carola Nossek, Sopran
Jakob - Joachim Vogt, Tenor
Louisas Großmutter - Gertraud Prenzlow, Alt
Jakobs Vater - Hans-Joachim Lukat, Baß
Teufel - Reiner Süß, Baß
Höllenmutter - Günther Fröhlich, Baß
Mogel, ein Teufel - Hans Pschichholz, Tenor
Gutsbesitzer - Günther Kurth, Tenor
Fabrikant - Horst Lunow, Bariton
Fleischer - Kurt Ludwig, Tenor
Bäcker - Manfred Daehne, Tenor
Glücksbudenbesitzer - Kurt Rothkamm, Baß
Zuckerverkäufer - Gerhard Lange, Baß
Erster Gauner - Henno Garduhn, Tenor
Zweiter Gauner - Bernd Riedel, Bariton
Dritter Gauner - Heinz Reeh, Baß
Polizist - Gerhard Schröter, Tenor
Erster Mann  - Hasso Sieg, Tenor
Zweiter Mann - Bruno Bolsmann, Bariton
Frau - Annelore Mucha, Mezzosopran
Kleiner Junge - Roy Wallies
Kind - Katharina Butzke

Jolan Berta, Solo-Violine
Chor der Deutschen Staatsoper Berlin
Kinderchor der Deutschen Staatsoper Berlin
Choreinstudierung: Christian Weber
Staatskapelle Berlin
Dirigent: Ernst Stoy
Dialogregie: Erhard Fischer
Musikregie: Eberhard Geiger
Tonregie: Eberhard Richter
Aufgenommen November 1977 im Studio Christuskirche, Berlin
Verlag: VEB Edition Peters, Leipzig

I.
Freudige, aufgelockerte Gesichter des Premierenpublikums - das war das Bild, das sich dem Betrachter nach der Uraufführung des „Meister Röckle" an der Deutschen Staatsoper Berlin bot. Es schien, als hätten die „großen" und „kleinen" Besucher schon lange auf dieses unterhaltsame, spannende, dabei doch oft zum Nachdenken anregende Stück gewartet. In der Tat: Der Erfolg der Premiere hat sich inzwischen in zahlreichen Aufführungen wiederholt, nicht nur in Berlin, sondern auch an den Theatern in Karl-Marx-Stadt und Leipzig, an denen die Oper bisher inszeniert wurde. „Meister Röckle" ist bereits zu einer echten Familienoper geworden, an der sich jung und alt gleichermaßen erfreuen. Wer ist dieser Meister Röckle, der solche Beliebtheit erringen konnte? Die Figur des Röckle hat kein Geringerer als Karl Marx erfunden. Er, der - wie wir aus den Erinnerungen seiner Kinder wissen - „ein geradezu einziger und unerreichbarer Geschichtenerzähler" war, erzählte seinen Töchtern während der Spaziergänge Geschichten, die nicht in „Kapitel", sondern - entsprechend der dabei zurückgelegten Wegstrecke - in „Meilen" eingeteilt wurden. Seine Tochter Eleanor berichtet: „Was mich angeht, so liebte ich von all den unzähligen wunderbaren Geschichten, welche mir Mohr (so wurde Karl Marx von Freunden und Familienmitgliedern wegen seines schwarzen Bartes genannt, W. R.) erzählte, am allermeisten die Geschichte von ,Hans Röckle'. Sie dauerte Monate um Monate; sie bestand aus einer ganzen Reihe von Geschichten. Schade nur, daß niemand da war, diese Geschichten, so voll von Poesie, Witz und Humor, niederzuschreiben. Hans Röckle selbst war ein Zauberer ä la Hoffmann, der einen Spielwarenladen hatte und nie Geld in der Tasche. In seinem Laden waren die wunderbarsten Dinge; hölzerne Männer und Frauen, Riesen und Zwerge, Könige und Königinnen, Meister und Gesellen, vierfüßige Tiere und Vögel, so zahlreich wie in der Arche Noah, und Tische und Stühle, Equipagen und Schachteln groß und klein. Aber trotzdem Hans ein Zauberer war, konnte er doch nie seine Schulden an den Teufel und den Schlächter bezahlen, und so mußte er sehr gegen seinen Willen alle seine hübschen Sachen - Stück für Stück - dem Teufel verkaufen. Nach vielen, vielen Abenteuern und Irrwegen kamen dann aber diese Dinge immer in Hans Röckles Laden zurück. Einige von diesen Abenteuern waren schauerlich und haarsträubend wie Hoffmanns Erzählungen, andere wieder komisch, aber alle wurden erzählt mit unerschöpflichem Schwung, Witz und Humor."
Der Bericht über Karl Marx' Röckle-Erzählungen regte das Schriftstellerehepaar Ilse und Vilmos Korn zu dem Kinderbuch „Meister Hans Röckle und Mister Flammfuß" an. Motive des Kinderbuches wiederum bildeten den Ausgangspunkt für die Oper von Werzlau und Deicke. Sie erzählt die Geschichte vom Meister Röckle in einer eigenständigen Version. Galt es doch, die Fabel der Eigenart und den Möglichkeiten der Opernbühne entsprechend zu formen, vor allem der Musik genügend Raum zur Entfaltung zu bieten. Vorgeführt wird der von beiden Seiten mit List und Zielstrebigkeit geführte Kampf zwischen Meister Röckle und dem Teufel. Meister Röckle ist ein rechtes Universalgenie: Puppenspieler, Mechanikus und Erfinder in einer Person, nicht zuletzt aber ein Mann, der sich seine eigenen Gedanken über den Lauf der Welt macht. Begleitet von seinen jungen Freunden Jakob und Louisa zieht er mit seinem Puppentheater übers Land, tritt auf Jahrmärkten auf und verspottet in seinen Spielen Fabrikant und Gutsbesitzer als irdische Statthalter des Teufels. Er ist überzeugt, daß es dem Volk gelingen wird, den Teufel und seine Vasallen dorthin zu verjagen, wo sie hingehören, nämlich zur Hölle. Damit die Menschen den Weg zu einem besseren Leben erkennen, baut er ein „Rohr Überallhin", das kein gewöhnliches Fernrohr ist, sondern ein Rohr, mit dem man in die Zukunft schauen kann. Kein Wunder, daß Röckle nicht nur mit Fabrikant und Gutsbesitzer in Konflikt gerät, sondern auch mit dem Höllenfürsten höchstpersönlich. Fabrikant und Gutsbesitzer lassen durch den Polizisten Röckles Puppentheater beschlagnahmen, weil sie verhindern wollen, daß er damit die Leute „zur Rebellion" anstiftet. Sie sind schon drauf und dran, den unbequemen Widersacher auf ihre Weise vollends zu liquidieren, da hat der Teufel eine Idee: „Meister Röckle ist, wie ich höre, ein Genie. Das schlägt man nicht einfach tot, das kauft man irgendwie." Aber auch Röckle ist interessiert, des Teufels nähere Bekanntschaft zu machen. Will er sein Rohr Überallhin fertigstellen, braucht er dazu den großen Sonnenstein, den die Hölle besitzt. Einst
gehörte dieser den Menschen, bis der Teufel ihn raubte, um mit seiner Kraft die Höllenmacht zu errichten. In Röckles Händen soll er sich wieder in den Wunderstein verwandeln, der Gutes wirken kann. Das ist der Grund, aus dem Röckle in den Pakt mit dem Teufel einwilligt. Drei kurze Tage und Nächte nur darf er über den Stein verfügen, mit seiner Hilfe schafft er Erfindungen: die Nadel Nähselber, die den armen Näherinnen ihre Arbeit erleichtern, und die Regenflöte, die den Bauern helfen soll. Aber dem Teufel gelingt es, diese Erfindungen in seinen Besitz zu bringen. Auch das Rohr Überallhin will er okkupieren, doch diesmal mißlingt sein Vorhaben. Röckle verbindet sich mit den Bauern, die die Teufelsstreitmacht außer Gefecht setzen, und der Höllenfürst selber versagt vor der Zukunft, die ihm das Rohr Überallhin zeigt. Eine Welt ohne Teufel und Herren erblickend, muß er zu den plumpsten Lügen seine Zuflucht nehmen. Von tiefer Bedeutung ist es - wie so vieles in dieser Oper -, daß der Teufel ausgerechnet an dem Instrument kleben bleibt, das die vom Teufel befreite Menschheit zeigt. Er ist der Blamierte, das Volk verlacht ihn, er muß - so steht es im Vertrag mit Röckle - ohne den Sonnenstein und ohne Röckle in die Hölle zurückkehren. Sein Spiel ist verloren, als das Volk aufhört, ihn zu fürchten. Das Auslachen des Teufels wird zum Sinnbild historischer Überlegenheit.
Ein Stück mit fesselnden Vorgängen, voll märchenhafter Poesie und gleichzeitig mit unverkennbarem Bezug zu unserer Welt. In dem Kampf zwischen Röckle und dem Teufel spiegeln sich Auseinandersetzungen historischer Kräfte. Dabei war es das Bestreben der Autoren, niemals vordergründig belehrend zu wirken. Günther Deicke schreibt hierzu (im Programmheft der Deutschen Staatsoper): „Die Forderung, die wir an uns stellten: Alle Bedeutung für unsere Gegenwart, alle Geschichts-bezogenheit, jeder gesellschaftskritische Aspekt mußte so selbstverständlich in Handlung aufgehen, daß für den Zuschauer, für alle kleinen und großen Leute, im Vordergrund das Vergnügen stand: das Vergnügen am theatralischen Ereignis, das Vergnügen an einer mitreißenden Musik, das Vergnügen an Bühnenspäßen und so ganz nebenbei das Vergnügen an Kenntnis und Erkenntnis über die Entwicklung der Welt. Es sollte kein Lehrstück werden, aber ein Stück, bei dem man nach Möglichkeit ein bißchen gescheiter wurde, Fragen sollten sich getrost einstellen, aber auch Melodien sollte man mitnehmen können, beispielsweise das Röckle-Lied."
„Meister Röckle" entstand als Auftragswerk der Deutschen Staatsoper. Hier gelang eine Form der Zusammenarbeit zwischen Autoren und Theaterleuten, wie sie oft angestrebt, aber selten erreicht wird. Auf vielen Zusammenkünften erörterten Komponist, Librettist, Regisseur, Dramaturg und Regieassistent alle sich ergebenden Fragen der Handlungsführung, des Textes und der Musik. Veränderungen wurden vorgeschlagen, Anregungen zu neuen Szenen gegeben, die besseren Argumente setzten sich durch, bei mancher Idee wußte nachher keiner mehr zu sagen, wer sie zuerst gehabt hatte. In einem relativ frühen Stadium wurden auch der Dirigent, der Verlag Edition Peters und die vorgesehenen Sängerdarsteller der Hauptpartien konsultiert. Diese Methode der Stückerarbeitung bot nicht zuletzt den Vorteil, daß die Regiekonzeption in enger Verbindung mit der Entstehung des Werkes entwickelt werden konnte. Die Uraufführung fand am 3. Oktober 1976 während der XX. Berliner Festtage in der Deutschen Staatsoper statt - musikalische Leitung: Ernst Stoy; Inszenierung: Erhard Fischer; Ausstattung: Peter Sykora -in den beiden Hauptpartien: Rudolf Asmus als Röckle und Reiner Süß als Teufel. Werk, Inszenierung und die künstlerischen Leistungen aller Beteiligten ernteten bei Publikum und Presse viel Beifall. Ernst Krause schrieb im „Sonntag": „Den Leuten, festtäglich gestimmt, gefiel's über alle Maßen."
II.
Vielfältig und abwechslungsreich sind die in „Meister Röckle" verwendeten musikalischen Formen und Mittel: Röckle stellt sich mit einem ins Ohr gehenden Auftrittslied vor; die Spießbürger präsentieren am Schluß des 1. Aktes ein Quartett ä la Liedertafel; die Höllenbewohner preisen ihren Herrscher in einem grotesken Marschrhythmus; die drei Gauner, die der Teufel als Hilfstruppe gegen Röckle einsetzt, singen ein Terzett im parodistischen Stil der Comedian Harmonists und tanzen anschließend, in Esel verwandelt, einen komischen Tango; das Volk
kommt im Jahrmarktstreiben des 1. Bildes, im Näherinnenchor, im Lied der Bauern und im großen Finale zu Wort. Dramatisches steht neben Lyrischem, Ernst neben Heiterkeit und Satire. Diese Mannigfaltigkeit der Ausdrucksbereiche sowie die Verknüpfung von Dialog und Musik deuten auf eine Tradition hin, die hier auf neuer Ebene fortgeführt wird, die des Singspiels.
Die Personen der Oper weisen ihren eigenen musikalischen Gestus auf. Beispielsweise die irdischen Statthalter des Teufels: Geschwätzigclever gibt sich in seinem Auftrittslied der Fabrikant, mehr martialisch der Gutsbesitzer. Louisa und Jakob, Röckles Gehilfen, dagegen werden in ihrer aufkeimenden Liebe durch ihr an die Intonation alter Volkslieder erinnerndes Abschiedsduett charakterisiert. Generell kann festgestellt werden, daß die beiden Welten, die sich in diesem Stück gegenüberstehen, durch ihre Musik deutlich voneinander geschieden sind. Die hellen, aktivierenden Klänge gehören Röckle und dem Volk, die dunklen, zwielichtigen dem Teufel und seinem Gefolge. Frauen-, Männer- und Kinderstimmen vertreten das Volk, während in der Hölle Tenöre und Bässe agieren (selbst des Teufels Großmutter singt Baß). Freude, Trauer, Aufbegehren, aber auch Scherz und gutmütigen Spott (beispielsweise in dem Kinderchor „Jakob, Jakob hat kein Brot im Haus" im 6. Bild) bringen die Jahrmarktsbesucher, Näherinnen und Bauern zum Ausdruck, während die Höllenbewohner nur Huldigungschöre, Kriegsgeschrei und Rachegesänge zu produzieren vermögen.
Vor allem die beiden Hauptakteure, Röckle und der Teufel, zeichnen sich durch einen konträren musikalischen Habitus aus. Der Gestalt des Meister Röckle gibt das Auftrittslied mit seiner klaren, auf die Töne des Durdreiklanges sich stützenden Grundstruktur das Gepräge. Das Lied begleitet Röckle durch das ganze Stück. Am Ende des 4. Bildes bekundet er damit seine Entschlossenheit zum weiteren Kampf gegen den Teufel, und im Finale der Oper nimmt das Volk die Melodie auf, als Botschaft an eine bessere Zukunft. Aber nicht nur in solchen Reminiszenzen begegnen wir dem Röckle-Lied. In den unterschiedlichsten Varianten und Modifikationen taucht das Hauptmotiv des Liedes immer dann auf, wenn Röckle in Aktion tritt, zum Beispiel im Vorspiel und in der Spieluhrmusik des 4. Bildes, danach wenn Röckle beim Abschluß des Paktes mit dem Teufel davon spricht, daß „der Teufel von den Menschen ausgelacht wird", im Bauerntanz des 6. Bildes und an.noch manch anderer Stelle der Oper. Im Gegensatz zur Diatonik in Röckles Gesangspart bevorzugt der Teufel unsangliche Tritonusintervalle, Septen und Nonen. Gleich in der ersten Ansprache an sein Gefolge (2. Bild) ist bei dem großsprecherischen „Ja, wir sind die Macht, wir sind die Krone dieses Lebens" eine Häufung von übermäßigen Quarten und verminderten Quinten zu beobachten. Diese Art von Melodik bleibt nicht auf den Teufel beschränkt. Auch seine Vasallen werden auf solche Weise charakterisiert, zum Beispiel bringt der Gutsbesitzer im 6. Bild die Aggressivität seines „Hier ist ein Flötenspieler, hör ich, der hat euch aufgewiegelt" mit einem Tritonusintervall zum Ausdruck, und die Teufelsscharen feiern in ihren Chorgesängen mehrfach wahre Tritonus- und Septenorgien. Die Unnatur des Teufels und seiner Anhänger wird oft auch durch manirierte Verzierungen ausgedrückt. Durch eine weitläufige Koloratur unterstreicht der Teufel im 2. Bild, wie die Menschen von ihm und seinesgleichen „betrogen" werden, sekundiert von den exaltierten Gesangskünsten Mogels tritt er im 3. Bild auf, und nachdem infolge des fehlenden Sonnensteins die Hölle erkaltet ist, tragen die Teufelsscharen auf skurrile Vokalisen ihren Schlotterchor vor.
Kommt in bezug auf Röckle und das Volk dem Röckle-Lied große Bedeutung zu, so sind es in den Teufelsszenen der Chor aus dem Höllenparlament („0 Sonnenstein, der unsre Macht erhält") und die Teufelspolonaise (3. Bild), die eine Schlüsselstellung einnehmen und in Varianten mehrfach intoniert werden.
In ähnlicher Weise wie die melodischen Strukturen wirken auch die Klangfarben des Orchesters an der Charakterisierung der Personen und Vorgänge mit. In den Höllenbildern werden hauptsächlich die tiefen instrumentalen Register verwendet. Einen eigenartigen klanglichen Hintergrund besitzt die Teufelspaktszene: Von den Akkorden der Holzbläser heben sich die seltsam verschnörkelten Figuren der Solovioline ab. Die Blechbläser dominieren im Bauernlied des 6. Bildes. Sowohl Röckle als auch dem Teufel ist ein Soloinstrument als „Leif'-Farbe beigegeben: Röckle das
Klavier, dem Teufel die Oboe. Wenn der Teufel im letzten Bild durch das Rohr Überallhin schaut und dem Volk seine Lügen aufzutischen versucht, wird er von einer auf eine lichtere Zukunft hindeutenden Melodie widerlegt, die das Klavier vorträgt.
Werzlaus Musik beschränkt sich nicht darauf, das Geschehen zu illustrieren, sondern sie trägt dazu bei, die Fabel zu erzählen, ihre Entwicklungen verdeutlichen die Entwicklungen der Handlung. Das Ergebnis ist eine gelungene Einheit von Text und Musik, ein im besten Sinne volkstümliches Werk, ein - wie der Komponist es nannte - „heiteres, optimistisches Stück mit tieferer Bedeutung".
Walter Rösler (1978)

JOACHIM WERZLAU
Geboren 1913 in Leipzig. Erhielt frühzeitig Unterricht im Violin- und Klavierspiel durch seinen Vater, einen Orchestermusiker. 1928-1931 Lehrling in der Pianofortefabrik J. Blüthner. Gleichzeitig vervollständigte er sich im Klavierspiel bei R. Teichmüller und erwarb sich Kenntnisse in der Komposition. Nach der Lehre Arbeitslosigkeit. In den folgenden schweren Jahren verdiente er sich als Pianist seinen Lebensunterhalt. Erst nach 1945 konnte er sich frei entfalten.
Vielseitige kompositorische Tätigkeit. Schauspiel-, Hörspiel- und Ballettmusik, Songs, Chansons, Chöre, Kantaten und Klaviermusik. Mehr als 100 Pionier-, Jugend- und Massenlieder, darunter solche wie „Weil wir jung sind, ist die Welt so schön" (1949) und „Es geht um die Erde ein rotes Band" (1973). Seine erste Oper „Regine" wurde in Potsdam uraufgeführt. Schrieb Musiken zu mehr als 20 DEFA-Spielfilmen, u. a. zu „Genesung", „Sonnensucher", „5 Patronenhülsen", „Karbid und Sauerampfer" und zuletzt zu „Jakob der Lügner". Weiterhin Liederzyklen: „Schönes Land", „Die Lerche und der Wanderer" und 1977 „Der strenge Chronos". Außerdem entstanden Orchesterwerke wie „Episoden", das „Air", „Ballade für Orchester" und das sinfonische Porträt „Hans Marchwitza". Seit Gründung des Komponistenverbandes der DDR wirkt er in dessen Leitung, 1967 zum Stadtverordneten von Berlin gewählt, seit 1969 Mitglied der Akademie der Künste der DDR. Erhielt für seine kompositorische und seine gesellschaftliche Tätigkeit hohe staatliche Auszeichnungen: Nationalpreis 1967, Vaterländischer Verdienstorden in Gold 1973, Berlin-Preis 1976.
GÜNTHER DEICKE
Geboren 1922 in Hildburghausen (Thüringen). Vater Justizangestellter. 1941 Abitur. Im Krieg Marineoffizier. Nach dem Krieg Kulturredakteur und Theaterkritiker an einer Tageszeitung in Weimar. 1952 Redakteur der Zeitschrift „Neue Deutsche Literatur" in Berlin, 1959 bis 1971 Verlagslektor, seitdem freischaffender Schriftsteller. Schrieb vor allem Lyrik, aber auch die Textbücher zu den Opern „Esther", „Reinecke Fuchs" und „Reiter der Nacht" sowie zu dem Musical „Was ihr wollt". Mitglied der Akademie der Künste der DDR. Träger, des Heinrich-Heine-Preises 1964, Nationalpreisträger 1971, Berlin-Preis 1976.
Redaktion: Ingrid Hauk
Gestaltung: Barbara Heinke
Fotos: Marion Schöne

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Artikelnummer Nova 8 85 146 - 8 85 147
Preis 18,95 €
Interpret Various Artists
Plattenname Joachim Werzlau - Meister Röckle. Gesamtaufnahme
EAN Nummer Nicht verfügbar
Plattenlabel Andere
Plattentyp LP / Vinyl 12"
Vinylgewicht pro Schallplatte 180 gramm
Anzahl der Platten 2
Beilagen Nicht verfügbar
Release Jahr 1977
Allgemeiner Plattenzustand Gebraucht
Zustand Tonträger Nicht verfügbar
Zustand Cover Nicht verfügbar
Plattenreinigung Nicht verfügbar
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