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Paul Kurzbach, Werner Zeibig, Kammerchor Der Singakademie Karl-Marx-Stadt – Kontrabass Konzert • Chöre • Trakl-Lieder

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Paul Kurzbach, Werner Zeibig
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Paul Kurzbach, Werner Zeibig, Kammerchor Der Singakademie Karl-Marx-Stadt – Kontrabass Konzert • Chöre • Trakl-Lieder

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Paul Kurzbach
Seite 1

1. Konzert für Solo-Kontrabaß, Bläserquintett, Cembalo und Schlagzeug
1.   Prolog  
2.  Ritornell 1  
3.  Canzona
4.  Ritornell 2
5.  Epilog
Verlag VEB Breitkopf & Härtet, Leipzig

Werner Zeibig, Kontrabaß
Klaus Bender, Cembalo
Mitglieder der Staatskapelle Dresden
Dirigent: Hans Eberhard Zimmer

2. Fünf Trakl-Lieder für Bariton und Klavier
Text: Georg Trakl
Nr. 1   Heiterer Frühling (Ich lieb dich treu)
Nr. 2 Rondell (Verflossen ist das Gold)
Nr. 3 Verklärter Herbst (Gewaltig endet so das Jahr)
Nr. 4 Ein Winterabend (Wenn der Schnee ans Fenster fällt)
Nr. 5 Beim jungen Wein (Sonne purpurn untergeht)

Egbert Junghanns, Bariton
Gertraud Geißler, Klavier


Seite 2
3.  Drei Heinrich-Heine-Chöre
Text: Heinrich Heine
Nr. 1   ballata (Ein Jüngling liebt ein Mädchen)
Nr. 2 notturno (Wie die Nelken duftig atmen)
Nr. 3 danza (Neuer Frühling gibt zurück)

Kammerchor der Singakademie Karl-Marx-Stadt
Dirigent: Franzpeter Müller-Sybel

4.  Die Jahreszeiten
Text: Peter Hacks
1.  Die Wildgänse (Kehrten im Frühjahr)
2. Wiese, grüne Wiese (Auf einem Maulwurfshügel)
3.  Im Herbst ist Sonnenschein
4.  Schneeflöckchen leise

Kammerchor der Singakademie Karl-Marx-Stadt
Walter Bauer, Kontrabaß
Christoph Bauer, Cembalo
Dirigent: Franzpeter Müller-Sybel

5.  Stimmt an ein neues Lied (Wir wollen wieder singen lernen)
Text: Johannes R. Becher
Kammerchor der Singakademie Karl-Marx-Stadt
Dirigent: Franzpeter Müller-Sybel

6. Abends vor den Türen (Laßt uns abends sitzen vor den Türen)
Text: Johannes R. Becher
Kammerchor der Singakademie Karl-Marx-Stadt
Dirigent: Franzpeter Müller-Sybel

7.  Meiner einzigen Gert (Der du von dem Himmel bist)
Text: Johann Wolfgang von Goethe
Kammerchor der Singakademie Karl-Marx-Stadt
Dirigent: Franzpeter Müller-Sybel
Das Buch der sozialistischen Musik dieses Landes, das noch nicht geschrieben worden ist, wird Paul Kurzbach einen wesentlichen Platz einräumen müssen. Fast 65 Jahre Wirken als progressiver Musiker (bereits der Achtzehnjährige leitete einen Arbeiterchor) - das rechtfertigt allein schon seine Stellung in der Musik der DDR. Kurzbach ist dennoch mit seinen nunmehr bald 85 Lebensjahren alles andere als eine blank geputzte Repräsentationsfigur, wenn man ihm auch als Senior der Komponisten unserer Republik gebührende Hochachtung schuldig ist. Noch immer bewegt er sich mit in alle Himmelsrichtungen sich sträubendem Haarschopf agil und freundlich in der schöpferischen Werkstatt. Eine integre Persönlichkeit, die in unserer Musikgesellschaft eine Menge erfahren, geleistet und in Gang gesetzt hat. Gesinnung und Handwerk, Kontinuität ausstrahlend, sind hier auf ein Ziel gerichtet. Dies Ziel ist: Musik produktiver Unruhe, Musik, die den Weg zum Hörer sucht, nach vorn weist. „Ich strebe in jedem Fall einen hohen Grad von Verständlichkeit an, damit beim Hörer jene Gedanken und Emotionen angeregt werden, die mich selbst bei Absicht und Ausführung der Komposition berührt haben. Und ich weiß aus meiner immer wieder bestätigten Erfahrung: dazu muß man dem Leben nahegerückt sein, muß die Erbauer des Sozialismus verstehen und lieben." Solche Worte sind keinem nach dem Munde geredet, gewiß nicht. Sie sind Ausdruck eines starken Charakters, der sich als schöpferischer Musiker in unserem Lande geborgen fühlt.
Bringt das Älter- und Altwerden nicht auch für ihn oft genug Beschwernisse und Verzichte mit sich? Vielleicht. Vermag es freilich einer, seine pralle Lebensarbeit sinnvoll, heiter, gelassen und ein wenig weise fortzusetzen, dann ist er unseres Respektes vor den Mühen solch langen Dabei-Seins sicher. Kurzbach, in der erzgebirgischen Bergarbeitergemeinde Hohndorf Kreis Stollberg geboren, lebt seit vielen Jahrzehnten in Karl-Marx-Stadt. Er hat sich bewußt die alte sächsische Arbeiterhochburg, damals noch Chemnitz, als Wahlheimat erkoren, sich ihr Wesen zu eigen gemacht. Von hier aus entfaltete er eine breite Spur: 1951 bis 1975 Vorsitzender des Bezirksverbandes des Verbandes der Komponisten und Musikwissenschaftler der DDR, später und bis heute ihr Ehrenvorsitzender und Vizepräsident. Gesellschaftlicher Auftrag und Schaffen bilden eine lebendige Ganzheit.
Einfach und gradlinig verläuft der äußere Lebensweg. Musizieren schon im Elternhaus, Volks- und Mittelschule, Lehrerausbildung am Seminar in Zschopau, Musikunterricht bei Leschitizky, schließlich 1925/28 ein gründliches Studium am Leipziger Konservatorium. Sicher hat er in dieser Zeit viel gelernt. Entscheidend für die kommende Entwicklung war die Förderung durch für den Fortschritt aufgeschlossene Musiker wie Erwin Lendvai und Hermann Scherchen. Beide wiesen ihm den Weg zu einer Musik, die mit der proletarischen Kultur des neuen Jahrhunderts eins ist. Fällt nicht auf, daß dem jungen Kurzbach die spätromantischen Flegeljahre anderer Komponisten dieser Jahre erspart blieben? Schon damals bemühte er sich um eine Klarheit von Aussage und Form, die dem politischen Konzept adäquat ist. Bis 1933 war Kurzbach Lehrer und dirigierte Arbeiterchöre. Daß er in den Jahren der braunen Finsternis zum Schweigen verurteilt war, ergab sich zwangsläufig; erst 1945 konnte er seine pädagogische Tätigkeit wiederaufnehmen. Einziger Lichtblick schwerer Kriegsjahre: Kurzbach kam mit Carl Orff in Berührung, der ihn in seinen Schülerkreis aufnahm. Von ihm hat Kurzbach, durchdrungen von Phantasie und Formempfinden, die äußerste Konzentration verfügbarer musikalischer Mittel, die rhythmische Prägnanz und Härte hinzugewonnen. Nachprüfbar ist das besonders an seinen Opern „Thomas Müntzer" und „Thyl Claas". Der schöne Erfolg der Magdeburger Uraufführung von 1955 wurde später mit einer Neufassung an Dresdens Landesbühnen bekräftigt. Eine weitere Oper „Jean der Soldat" harrt noch der Uraufführung. Man sollte sie (wie natürlich auch die anderen musikdramatischen Stücke) nicht vergessen.
Soviel ist gewiß: im Streben nach Verständlichkeit, Deutlichkeit, dem Direkten musikalischer Aussage bevorzugt Kurzbach die Ausdruckswerte der menschlichen Stimme. Wie sicher bewegt er sich seit seinen Anfängen auf dem Feld von Lied und Kantate, Massenlied und Chanson! Mit welch leichter Hand entwickelt er das Lebendige, Frische, auch Kontemplative einer Diktion, die nichts von Schwulst und Konstruktion kennt! Präzisieren wir: das Karge, Ausgedörrte lyrischer Abstraktion ist seine Sache nicht. Es klingt weder nach Mahler und auch nicht nach Schönberg und Dessau. Schon eher ist ihm Eisler nahe. Es hat einen eigenen wachen Gestus. Mit dem Blick auf Kurzbachs Werkverzeichnis: wir haben es mit so Aggressivem wie dem frühen Zyklus „Roter Oktober" und so Poetischem wie den Manfred-Hausmann-Liedern zu tun ... Doch wenden wir uns jenen Vokalwerken zu, die für diese Schallplatte ausgewählt wurden. Mit feinem Spürsinn für das Sensible, Hintergründige nähert sich der Komponist in fünf Liedern Versen Georg Trakls. Von der kleinen Kantate „Jahreszeiten" nach Texten von Peter Hacks ist zu reden. Ursprünglich nur für mehrstimmigen Frauenchor gesetzt, hat Kurzbach auf Wunsch der heimatlichen Singakademie noch Cembalo und Kontrabaß hinzugefügt. Die beiden Becher-Chöre a cappella „Wir wollen wieder singen lernen" und „Abends vor den Türen" stammen aus den fünfziger Jahren und haben sich seitdem vielfach bewährt -kraftvolle Bekenntnisse dieser Zeit des Neubeginns. Schließlich die drei Heine-Chöre von 1981. In ihnen, Beispiele der zuchtvollsten Gattung unserer Musik, hat der Musiker ein hohes Maß an Klarheit und Reife erreicht.
Eigentlich gibt es keinen Musikbereich, für den sich Kurzbach nicht interessiert hätte. Kammermusik und Orchesterwerke begleiten ebenso sein langes Leben und Schaffen. Auch hier die gleiche Entfaltung freudigen Bekennens zu den Schönheiten menschlichen Seins, Freundlichkeit und Unternehmungslust. Von der strengen Form seiner fünf Streichquartette und dem gern gespielten musizierfreudigen Concertino für Klavier und Streicher ausgehend, spannt sich der Bogen. Eröffnet wird diese Werkreihe durch die schon recht selbstbewußte Kammersinfonie von 1931, für die sich Scherchen spontan einsetzte. Diese Frische und Unverbrauchtheit des Musikmachens, in dem gediegenes handwerkliches Können gleich Hindemith die Grundlage bildet, hat sich Kurzbach bis heute erhalten.
Schönstes Beispiel dafür das Kontrabaßkonzert des Achtzigers, das unsere Platte vorstellt. Es erklang nach der Dresdner Uraufführung auch bei den Berliner DDR-Musiktagen 1986. Fürs Programmheft schrieb der Komponist damals: „Bei der Arbeit (an dem Werk) lag mir besonders daran, das ursprüngliche Wesen des Kontrabaßklangs zu bewahren und nicht aufzugeben durch artistische Kunststücke. Ich war bestrebt, das virtuose Element so zu handhaben, daß das Soloinstrument primus inter pares im Verhältnis zum Orchester ist. Der Solist kann vor allem zeigen, wie der Baß - Fundament des Orchesters - auch zu .singen' vermag. Für diese Arbeitsweise bietet die Canzona, Zentrum und ruhender Pol des Konzertes, mit ihren Kantilenen das beste Beispiel. Die Canzona mit ihrer besinnlich nachdenklichen Ausdruckshaltung, die darum gruppierten verschiedenartigen Sätze zielen auf das, was friedliebende Kräfte vor allem bewegt: menschliches Sein zu erhalten". Selbst im Zusammenhang mit einem in Stil und Ästhetik so extremen Werk wie einem Konzert für den brummigen Kontrabaß kann Kurzbach, der Achtziger jungen Geistes, nicht anders denken und schreiben. Es ist seine Sprache.
Ernst Krause (1987)
Aufgenommen 1986 Dresden, Studio Lukaskirche (1)
Leipzig, Studio Paul-Gerhardt-Kirche (2-7)
Musikregie: Dagmar Vorwerk
Tonregie: Eberhard Hinz (1), Eberhard Richter (2), Claus Strüben (3-7)
Foto: Hansjoachim Mirschel
Gestaltung: Mo Prust

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Artikelnummer Nova 8 85 270
Preis 14,95 €
Interpret Various Artists
Plattenname Paul Kurzbach, Werner Zeibig, Kammerchor Der Singakademie Karl-Marx-Stadt – Kontrabass Konzert • Chöre • Trakl-Lieder
EAN Nummer Nicht verfügbar
Plattenlabel Andere
Plattentyp LP / Vinyl 12"
Vinylgewicht pro Schallplatte 180 gramm
Anzahl der Platten 1
Beilagen Nicht verfügbar
Release Jahr 1987
Allgemeiner Plattenzustand Gebraucht
Zustand Tonträger Nicht verfügbar
Zustand Cover Nicht verfügbar
Plattenreinigung Nicht verfügbar
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