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Platte des Monats: FEWJAR — Until

Polygenre (Art/Synth Pop/Indie Rock/Ambient/TripHop/Electro/Progressive), 2016

Fewjar sind ein zwei- (seit Dezember drei-) köpfiges Musikprojekt aus Berlin mit einer kleinen, etwas fanatischen Fangemeinde, die außerhalb von YouTube, wo sie Touren und den Entstehungsprozess von Alben und Musikvideos in inspirierenden Videos dokumentieren, fast niemand kennt.

Was mit einem spontan zusammen aufgenommenen Weihnachtsgeschenk begann ist inzwischen in diesem Jahr auch schon beim vierten Album angekommen und unheimlich professionell geworden. Was Fewjar aber ausmacht, ist ein starkes Gefühl von „handgemacht“. Die Artworks und Illustrationen stammen sämtlich von Sänger und Gitarrist Jakob Joiko, sie drehen ihre ideenreichen Musikvideos selbst und vor allem die musikalischen Bestandteile haben etwas handverlesenes ohne aber erzwungen oder eingegrenzt zu wirken.

Unter der selbstgeschaffenen Bezeichnung Polygenre (könnte zugegebenermaßen auch Igorrr stehen, aber keine Angst vor Barock-Death-Techno) schaffen Fewjar ein kohärentes Album das zwischen den verschiedensten (Pop-)Stilrichtungen und Jahrzehnten mäandert. Opener „Gemini“ überspringt gekonnt und mit Anlauf die Synthie-Pop-Kitschgrenze, das epische,„Apart“ gleich darauf zieht mit seiner düsteren Athmosphäre in eine komplett andere Richtung und das ruhigere, rythmische „Lo“ erdet die erste Seite. Es folgen Lagerfeuergitarren, Streicher, ein bisschen Elektro-Klatsch-Beats, Dramatik, jede Menge Ohrwürmer und das hauchzarte „Levitation“ als Abschluss. Christian Krüger

Reinhören: Indigo (C1) Apart (A2) Lo (A3)